News from the Goetheanum

Zweites Goetheanum: Gestalterische Perspektiven

creado por Wolfgang Held |
Am 21./22. September 2013 luden Christiane Haid und Paul Mackay als Sprecher der Goetheanum-Leitung Architekten und Fachleute ein, um sich über gestalterische Perspektiven des zweiten Goetheanum auszutauschen.

Die Einladung zum Kolloquium enthielt vier Fragen: Welche Wandlung hat Rudolf Steiner vom Ersten zum Zweiten Goetheanum vollzogen? Welche Gestalt hat das zweite Goetheanum gewonnen, was "sagen" diese Formen, und welche Innengestaltung folgt daraus?

Georg Häussler, Bildhauer, zeigte, wie Rudolf Steiners stilistische Handschrift im Ersten und Zweiten Goetheanum zu finden ist, wo sich im Verschiedenen die Kontinuität zeigt.

Martin Zweifel, Leiter der Bauadministration beschrieb, dass das Erste Goetheanum leichter eine geistige Heimat biete. Es sei "gebaute Anthroposophie", sei ein Weisheitsbau. Mit dem Brand seien diese erhabenen Formen von Tonne und Kuppel ins Ewige gegangen. Demgegenüber sei das Zweite Goetheanum schweigsam. Schaue man genauer, entdecke man sein Gespräch mit der Umgebung. Weil es für die Arbeit von Bühne und Hochschule da sei, sei es ein Willensbau. Dem Geschlossenen, in sich Vollkommenen des ersten Baus stehe der zweite als offenes Bauwerk, als Bauwerk des Sohn-Prinzips, gegenüber, ein Bau, dem sich jede Generatio mit ihrer Handschrift eingeschrieben habe, es sei ein Bau, der weiter wachse.  

Als das Gespräch den letzten Saalausbau erreichte, betonte Christian Hitsch, dass sich auch damals die Gestalt aus der menschlichen Konstellation bildete, ihren Möglichkeiten und Grenzen. Er führte aus, dass dieses Prinzip für das Erste Goetheanum noch viel mehr gelte. Wenn man Nebenbauten anschaue, wenn man das Rednerpult im Ersten Goetheanum nehme, so erkenne man die eigentliche Formensprache von Rudolf Steiner. Die konnte er im Ersten Goetheanum nicht im Ganzen verwirklichen. Er war noch nicht in vollem Umfang dessen stilbildender Architekt. Genauer: Während man im Ersten Goetheanum vor allem in der Innenarchitektur Rudolf Steiner finde, sei es im Zweiten Goetheanum umgekehrt; hier zeichnet Rudolf Steiner für das Äußere verantwortlich.

Marc Desaules, Generalsekretär der Schweizer Landesgesellschaft betonte, dass das Schicksal des Goetheanum und der Anthroposophischen Gesellschaft zwei Seiten einer Medaille seien. In der Gegenwart anzukommen bedeute auch, sich mit dem Zweiten Goetheanum zu identifizieren. Christian Hitsch führte weiter und fragte, inwieweit ein solches Kolloquium im Ersten Goetheanum vorstelllbar sei. 

Man müsse das Zweite Goetheanum lieben lernen – dieses Motiv kam mehrmals im Kolloquium zur Sprache. Dazu, so Espen Tharaldsen und Peter van der Ree von der beratenden Baugruppe, sollte vor allem im Erdgeschoss die Architektur mit den Lichthöfen so geöffnet werden, dass ein Strömen der Besucher durch den Bau möglich werde.

Es war weniger Kritik, sondern vielmehr ernste Bitte an die Vorstandsmitglieder im Kreis, Beratungsgespräche nicht erst dann zu führen, wenn Entscheidungen bereits getroffen wurden oder kurz bevorstehen. Das bezog sich beispielsweise auf das Vorhaben, über der Südseitenbühne Arbeitsräume für die Hochschule einzurichten. Die Entscheidung hierzu müsse vor Jahresende fallen. 

Das Kolloquium war ein Schritt, die Entwicklungsfragen des Bauwerks Goetheanum auf eine kollegiale Basis zu stellen. Es wird vermutlich von allen Anwesenden gleichermaßen abhängen, ob es gelingt, einen menschlich wie fachlich breiten Boden für die architektonische Zukunft des Goetheanum zu bilden. 


This week at the Goetheanum

Goetheanum
as Worldwide
Spiritual
Center

The Goetheanum is a center of a worldwide network of spiritually engaged people. It is the seat of the School of Spiritual Science  and the General Anthroposophical Society, which serves as a place of exchange for those with spiritual questions, and a place for trainings in scientific and artistic fields. 

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café, bookstore and gift shop.