Noticias del Goetheanum

"Nur Erfolg, wenn man sich am Menschen orientiert."

creado por Wolfgang Held |
Fachtagung über Facility Management ging erfolgreich zu Ende.

"Im Facility Management hat man nur Erfolg, wenn man die Menschen gerne hat." so fasste der Berater für Facility Management und Anthropologe Daniel Berti die Perspektiven des Unterhalts von Gebäuden in seinem Beitrag zusammen. Die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Ausbildungsinstitut für Facility Management (Gianpietro Bondt) war aus den bisherigen Putzfachtagungen hervorgegangen und hatte nun das Ziel, marktwirtschaftliche und technische und spirituelle Impulse dieses wachsenden Zweiges im Management von Institutionen zu vereinen. Johannes Wirz, Biologe am Goetheanum entwickelte in seinem Eingangsreferat, daß die Natur immer nach Optimierung und nie nach Maximierung strebe. Maximierung, so Wirz anhand einiger Beispiele führe immer zum Verlust von Kreisläufen, zu Abfall und Problemen. Dem gegenüber bedeute Optimierung, dass im Dienste des Ganzen und der Zukunft die Glieder eines Organismus nur so stark ausgelastet sind, wie es dem Organismus als ganzes nützlich ist. Leben, so Wirz, spiele sich immer zwischen Konstanz und Plastizität ab. 

Reiner Blank, (Unternehmensberater) zeigte unter dem Titel "wave of change" die typischen sechs Stadien im Verlauf von Veränderungsprozessen und wie wichtig die Vertrauensbildung dabei ist. Gemeinsame Sinnsuche und das Vertrauen, gehört zu werden sind die ersten Schritte, das Feier des Erfolgs der letzte. Die Aufgabe der Führungskraft bestehe darin, die Mitarbeitenden in die anspannende Mitte zwischen Komfortbedürfnis und Angst zu führen. Das sei, so Blank, der Ort der fruchtbaren Anspannung. Paul Mackay, Vorstand am Goetheanum fragte, wie man als Führungskraft Energiequelle" werden könne. Eine Voraussetzung sei, sich der eigenen Unvollkommenheit bewußt zu sein. Er lenkte den Blick auf die drei Bereiche der menschlichen Psyche: Denken, Fühlen und Wollen. Auf allen drei Ebenen der Seele drohe spezifische Konvention, wie beispielsweise die Phrase, die sich wiederholenden Denkmuster. Mackay zeigte auf, dass man als Führungspersönlichkeit im Willen das Denken aktivieren müsse mit dem Ziel gesteigerter Geistesgegenwart und umgekehrt im Denken den Willen aktivieren müsse, um Fragen bis zu Ende denken zu können, um "das Mögliche im Unmöglichen finden zu können". 

Jürg Grossenbacher, Architekt, gab ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Aufmerksamkeit für die späteren Betriebskosten in der Planungsphase von Gebäuden. Durch Dr. Hans-Peter Sailer, Facharzt für Psychatrie und Psychotherapie wurde die gesundheitliche Dimension des Themas deutlich. Wie entdeckt und verhindert man burnout-Phänomene? Sailer erinnerte daran, dass neben der Überforderung auch die Unterforderung (boreout) ein Stressphänomen darstelle. Linda Thomas, Verantwortliche des Betriebsdienstes am Goetheanum zeigte in ihrem Beitrag die Möglichkeiten und Folgen, wenn man Schüler und Heimkinder in die Gebäudepflege einbezieht. So können nicht nur Kosten gespart werden, die Jugendlichen und Kinder verbinden sich mit ihrer räumlichen Umgebung und beginnen Verantwortung zu übernehmen. In die Kerbe, Facility Management früh in den Baprozess einzubeziehen, schlug auch Christoph Ott, Leiter Facility Management ewb. Mit dem Hinweis, dass die bei einem Gebäude die Folgekosten die Erstellungskosten übersteigen unterstrich er die Bedeutung für frühe Einbeziehung von FM in die Planungsphase. "Wir bauen heute für morgen." Heike Bittel, Direktorin des Spitals Dornach gab einen Überblick über die Landschaft der Solothurner Krankenhäuser und erläuterte, wie das Risikomanagement dabei organisiert ist. Obgleich die innere Ausrichtung verschieden sei, plane man gegenwärtig eine Zusammenarbeit mit der anthroposophischen Ita Wegman Klinik. Irina Pericin (Hochschule für FM, Zürich) zeigte wie die Raumgestaltung in Altenheimen persönlicher werden kann, damit vor allem demenzkranke sich "zuhause" fühlen. Es war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Rentabilität  und Ästhetik keine Widersprüche sein müssen. Ähnliches gilt für den Beitrag von Katharina Zuleiger, Dil. Feng-Shui-Beraterin. "Der menschliche Blick schwingt, also ist es förderlich, wenn in Fluren durch Licht- und Bildgestaltung dieser Schwung sich wiederfindet." Ein anderes Beispiel: Wer ein Haus betritt bringt Energie in die Räume. Wenn der Eingangstür gegenüber Fensterflächen sind, so wandert diese Energie sogleich wieder hinaus. Deshalb: Fenster versetzt platzieren oder durch Pflanzen optisch verschliessen. Daniel Berti, Wetrok AG, betonte, wie gross das Einsparpotential beispielsweise durch geeignete Bodenbeläge sei. Das letzte Referat gab Gianpietro Bondt, Leiter des Internationalen Ausbildungsinstituts/Basel und Mitveranstalter der Fachtagung. In seinem Beitrag ging es erneut um die Motivation und Förderung der Mitarbeitenden.

Im Schlussplenum fragten die Referenten nach der Zukunft des Facility Managements. Dabei war man sich einig, dass nach dem Fokus Funktionalität und Rentabilität immer mehr die Belange und Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt rücken. 

 

 

 

 

 

 


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