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Forschung: Naturwissenschaftliche Sektion: Willensfreiheit

creado por Johannes Kühl |

Vor einigen Jahren gab es eine Reihe von Veröffentlichungen von Neurowissenschaftlern wie Gerhard Roth und Wolf Singer, in welchen behauptet wurde, dass die Möglichkeit des freien Willens naturwissenschaftlich widerlegt sei.1 Dabei nahmen sie vor allem Bezug auf Experimente von Benjamin Libet im Jahr 1983.2 Dabei geht es vor allem darum, dass ein sogenanntes Bereitschaftspotenzial vom Gehirn abgeleitet werden kann, bevor die bewusste Entscheidung zu einer Bewegung gefällt wird. Sie lösten eine Reihe von Antworten vor allem von Philosophen aus,3 auch Rezensionen von anthroposophischer Seite,4 die zeigten, dass das Problem so einfach nicht zu behandeln ist. Man stand vor dem Dilemma zwischen einem naturwissenschaftlichen Weltbild, das Determiniertheit, materielle Ursachen forderte, und einer Gesellschaft, die auf individuelle Verantwortung baut.

Der Deutung experimentell nachgehen

Das Thema hat uns in der Naturwissenschaftlichen Sektion naturgemäß immer wieder beschäftigt, Freunde haben dazu publiziert.5 Dennoch blieb die Frage, ob es auch eine Möglichkeit gibt, die Deutung der Experimente selbst experimentell zu widerlegen.6 Durch das Interesse des Neurologen und Neurophysiologen an der Ita-Wegman-Klinik Dr. Siegward Elsas konnten wir eine experimentelle Zusammenarbeit in einem Forschungsprojekt beginnen, in welchem wir zunächst die in Frage kommenden Experimente wiederholen können, um sodann durch Modifikation der Wahlmöglichkeiten die Implikationen für die Frage nach der Entscheidungsfreiheit tiefer zu untersuchen. Es handelt sich dabei also um eine Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen und der Naturwissenschaftlichen Sektion. Erste Ergebnisse liegen bereits vor, und das Thema hat durchaus das Potenzial, noch weitere Sektionen einzubeziehen.?

Fußnoten

1 Zum Beispiel Gerhard Roth: Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert, Frankfurt 2001.
2 Benjamin Libet et al.: Time of conscious intention to act in relation to onset of cerebral activity (readiness potential).  The unconscious initiation of a freely voluntary act, Brain, vol. 106 (1983), 623–642.
3 Siehe zum Beispiel Christian Geyer (Hrsg.): Hirnforschung und Willensfreiheit. Zur Deutung der neuesten Experimente, Frankfurt 2004.
4 David Auerbach: Freier Wille? Gerhard Roth: Fühlen, Denken, Handeln, in: "Das Goetheanum" Nr. 47/2002, S. 883. | Siegward Elsas: Freier Wille oder freie Spekulation?, in: "Elemente der Naturwissenschaft" Nr. 77 (2002), S. 104–106. |   Ulrich Weger: Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg. Wie viel Freiheit bleibt uns am Beginn des 21. Jahrhundert?, in: "Das Goetheanum" Nr. 47/2002, S. 869. | Renatus Ziegler: Spekulationen zu Gehirn und Geist, in: "Elemente der Naturwissenschaft Nr. 77 (2002), S. 106–109.
5 Siehe zum Beispiel Christoph Rehm: Benjamin Libets experimenteller Beitrag zur Freiheitsfrage, in: "Elemente der Naturwissenschaft" Nr 87 (2007), S. 43–57. | Hans Jürgen Scheurle: Hirnfunktion und Willensfreiheit, Waldkirchen 2007.
6 Ansätze dazu gab es zum Beispiel bei: Christoph S. Hermann et al.: Analysis of a choice-reaction task yields a new interpretation of Libet's experiments, in: ‹International Journal of Psychophysiology›, No. 67 (2008), 151–157.

Quelle: "Anthroposophie weltweit" Nr. 12/2013


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