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Ausstellung: Werke von Ninetta Sombart

creado por Elisbeth Bessau |
Von 26. September bis 6. Januar sind im Goetheanum 23 Werke von Ninetta Sombart zu sehen. Der Schwerpunkt der Motive liegt bei Engeln und Motiven der Lebensstationen Christi.

Ninetta Sombart ist eine Meisterin der Farbe, besonders aurischer – reiner, durchlässiger – Farben. Es ist nicht das Lokalkolorit und auch keine Willkür, die ihre Malerei bestimmt, die – zart und vibrierend – das auf die Leinwand bringt, was vor der inneren Anschauung steht. Die Ereignisse der Zeitenwende sind zentral für ihr Kunstschaffen. Leider sind Ninetta Sombarts zahlreichen Altäre auf Ausstellungen nicht zu sehen. 

Ein bei ihr häufiges Motiv sind Engel, die ja heute für mehr und mehr Menschen eine wirkliche Erfahrung bedeuten. Wenn ein Engel in der Malerei durch Jahrhunderte hindurch größer als der Mensch dargestellt wird, so entspricht das einem realen Erlebnis. So sehen wir in dieser Ausstellung einen die Fläche fast ausfüllenden Engel im Rot der Liebe, eine kleine menschliche Lichtseele im Arm haltend, aufsteigend über einer lichten Totenbahre, um welche die Trauernden in ihrem dunklen Leid stehen (Abbildung). Über dem Engel erscheint in zartem Türkis das majestätische Haupt des Auferstandenen.

Als physischer Leib können einem Engel Wasser oder Wolken dienen, in die er sich mit seinem Lebensleib hineinbegibt. Diese von Engeln durchwobenen Elemente finden wir auf vielen Gemälden Ninetta Sombarts in all ihrer Herrlichkeit: zweimal einen prachtvollen Morgenhimmel über einem norwegischen Fjord, auf dessen Wassern die aufgehende Sonne Farbensymphonien zaubert. Der Traumengel über einer ruhenden Frau ist als Gestalt kaum angedeutet, aber seine vielfarbige Aura umhüllt die Träumende. Rötliche Töne dominieren, doch auch Weiß, Gelb, Türkis treten rein hervor. 

Soweit Ninetta Sombarts Gemälde die Zeitenwende zum Thema haben, dominieren wenige zentale Situationen. In dieser Ausstellung sind zu betrachten die Taufe, die Versuchung, die Auferweckung des Lazarus, Palmsonntag, das letzte Abendmahl, Krezuzigung, Höllenfahrt, Auferstehung, das Wandeln auf dem Meer, der wunderbare Fischzug und die Himmelfahrt. In flammendem Rot kündigt sich in der hier gezeigten Taufe ein neues Zeitalter an. Es ist naturgemäß ein Bild mit viel Wasser. Die Versuchung in der Wüste ist farblich zurückhaltend, die Form wirkt stärker. Bei der Erweckung des Lazarus fällt viel Licht in die dunkle Bläue des Neophyten. Düstere, dramatische Wolken sind Vorboten kommenden Unheils am Palmsonntag. Das letzte Abendmahl zeigt nur drei Gestalten: Johannes an der Brust des Herrn hinter dem Abendmahlskelch, alles von einer warmen Goldstimmung umschlossen; seitab der dunkle Judas, den Ort wärmender Liebe verlassend. 

Viel könnte der Betrachter gewinnen, der sich in meditativer Stimmung vor ein Bild setzt, das Ereignis aus dem Neuen Testament erinnert und sich in den Farbenraum hineinbegibt, der – früher oder später – in seiner eigenen Sprache etwas offenbaren wird.

Ausstellung: bis 6. Januar 2013, Goetheanum, Vorstandsetage, Öffnungszeiten des Goetheanum

 


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