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News from the Goetheanum

Vorwurf diskriminierenden Gedankengutes - Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung informiert

Created by Wolfgang Held |
Angesichts aktueller Rechtsfragen und zahlreicher Medienberichte zur Frage von rassendiskriminierenden Äusserungen im Werk Rudolf Steiners sieht sich die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung als verantwortliche Herausgeberin veranlasst, über ihre diesbezügliche Editionspraxis zu informieren.

Seit den 90er Jahren werden einzelne Aussagen im umfangreichen Gesamtwerk von Rudolf Steiner (1861–1925) als möglicherweise rassendiskriminierend diskutiert. Solche Äusserungen wurden seither von verschiedenen Seiten ausführlicher untersucht. Eine ausserordentlich gründliche und umfassende Analyse in sachlicher und rechtlicher Hinsicht wurde von der niederländischen Untersuchungskommission „Anthroposophie und die Rassenfrage“ (1998/2000) erarbeitet: „Anthroposophie und die Frage der Rassen“, Info3-Verlag, 4. Auflage, Frankfurt am Main 2006. – Vorsitzender der von der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden beauftragten Kommission war der niederländische Menschenrechtsexperte Ted A. van Baarda. Die deutsche Ausgabe enthält im Anhang eine Analyse nach deutschem Recht von Ingo Krampen.

Die Gruppenzugehörigkeiten nach Rasse, Volk, Geschlecht, Religion, Stand etc. äusserliche Erscheinungsformen sind. Differenzierungen nach Rassen betreffen gemäss den Begriffen der nthroposophie Rudolf Steiners vergangene Zustände der Menschheit, die in der Gegenwart und Zukunft bedeutungslos werden.

• Gesellschaftspolitisch hat sich Rudolf Steiner, vornehmlich in seiner Initiative zur sozialen Dreigliederung, radikal für die Freiheit und Gleichwertigkeit der menschlichen Individuen eingesetzt. Er hat sich häufig und unmissverständlich gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und ähnliche Bestrebungen erklärt.

• Es gibt jedoch eine Anzahl von Aussagen über Rassen im veröffentlichten Gesamtwerk, die nach den Kriterien heutiger Diskriminierungsbestimmungen, wie sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurden, dann problematisch wirken können, wenn sie heute in zu Hass aufrufender, feindseliger und diskriminierender Art verwendet oder nicht in ihren Kontext gestellt würden.

• Der Vollständigkeit halber wurde festgestellt, dass Steiners Äusserungen über Rassen in seiner Zeit in jedem Fall unbedenklich waren. Bestimmungen zur Diskriminierung fehlten in der damaligen Gesetzgebung.

Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung gibt das Werk Rudolf Steiners als wissenschaftliche Gesamtausgabe eines historischen Autors heraus, der die anthroposophische Geisteswissenschaft begründete. Sämtliche Werke werden nach den Richtlinien der Edition veröffentlicht. Der Empfehlung der oben genannten Kommission folgend, werden seit 2005 Textstellen in Bänden der Gesamtausgabe, die Äusserungen enthalten, welche möglicherweise aus heutiger Sicht als rassendiskriminierend angesehen werden können, bei Neuauflagen oder Neuerscheinungen mit Sonderhinweisen kommentiert. (Erschienen sind bisher zwei Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA) mit solchen Hinweisen: GA 100 und GA 349,

beide 3. durchgesehene Auflage 2006.) Diese Herausgabepraxis ist für alle künftigen Neuauflagen und Neuerscheinungen betroffener Bände vorgesehen. Die Kommentierungen müssen im Einzelfall erarbeitet werden und dienen dem Zweck, sachliche Hinweise zum Kontext der jeweiligen Aussagen zu geben, mögliche Missverständnisse zu erläutern und ihre kritische Einordnung zu ermöglichen.

Die Vorstandsmitglieder erklären hiermit im Namen der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, dass sie sich von einer Verwendung von Äusserungen Rudolf Steiners, die zum Hass gegen Menschengruppen aufriefe oder sich in feindseliger und diskriminierender Art gegen Menschengruppen aufgrund von Rasse, Volk, Geschlecht, Religion etc. richtete, in aller Deutlichkeit distanzieren. Sie sähen darin nicht nur einen Verstoss gegen elementare Prinzipien der Menschenwürde, sondern auch einen Missbrauch der Intentionen Rudolf Steiners.

Oktober 2007

Der Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung


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The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

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Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.