News from the Goetheanum

Naturwissenschaftliche Sektion: Sommeruni 2012

Created by Renatus Derbidge |
Von 23. bis 27. Juli 2012 haben die Mitarbeitenden der Sektion für Landwirtschaft und der Naturwissenschaftlichen Sektion die Sommeruni "Lebendiges verstehen" unter Leitung von Jean-Michel Florin und Johannes Wirz durchgeführt. Seit zwei Jahren ist der Kurs, dank Florins Herkunft, zweisprachig: Deutsch und Französisch.

Die zwölf Teilnehmer/innen hatten fast alle erstmals Kontakt mit dem Goetheanum und der Anthroposophie. Was lockte sie am Goetheanismus? Das wenig spezifische Thema „Lebendiges Verstehen. Die Welt von Mineral, Pflanze, Tier und Mensch entdecken und erleben“ wohl kaum. Doch! Zumindest war das der Tenor der Teilnehmenden. Viel Praxis, Naturbetrachtungen, Übungen, aber auch das Verlebendigen von Texten und Theorie: eine gediegene Einführung in Anthroposophie, entlang der Grundschriften Rudolf Steiners hin zum lebendigen Verstehen der Welt. Es wurde sehr geschätzt, Phänomene unter Anleitung zu entdecken und erst am nächsten Morgen, anhand von Texten („Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschaung“ (GA 2) von Rudolf Steiner) und anschließenden „Labor-Versuchen“ begrifflich zu bearbeiten und zu vertiefen.

Um das Denken in Bewegung zu bringen, haben wir morgens mit geometrischen Vorstellungsübungen angefangen. Weiter ging es mit Goethes Aussage, dass der Ideenanteil in den Naturreichen verschiedenartig „inkarniert“ sei. Die unorganische Natur geht noch ganz in ihrem Ideengehalt auf – die Naturgesetze offenbaren sich rein äußerlich. Schon die Pflanze ist anders erlebbar, die Typusidee ist in jedem Organismus anwesend und sinnlich-übersinnlich erfassbar. Das Tier zeigt in seinem Verhalten „Innerlichkeit“ und weist damit über sich hinaus. Im Menschen kommt Natur zur Selbstreflexion. Zur seelischen Vertiefung gab es abends eine Einheit zur „Meditativen Praxis“, welche dankbar aufgenommen wurde.

Bei der intensiven Diskussion, was Wahrnehmung, was Begriff ist, entstanden brennende Fragen an die Natur. 30 Minuten intensive Beobachtung einer Feuerwanze am Felsli ermöglichte, die Lebenswelt eines Tieres zu empfinden. Dies konnte zum Aha-Erlebnis führen: Tiere beseelen die Landschaft! Und der Mensch? Er findet sich in allem wieder, wenn er Spuren in der Landschaft hinterlässt – etwa mit der Gestaltung des Felsliwegs oder des Goetheanums. Vermag er sich darin selbst zu erkennen, eingedenk seiner moralischen Verbundenheit mit der Welt, die er vorfindet, nutzt, aufgreift und wandelt? Diesen Prozess haben die Teilnehmenden äußerlich durch die Tagungsgestaltung, und innerlich im seelischen Miterleben der Naturreiche vollzogen und fühlten sich erfrischt.

Um die Zeit zu überbrücken und aufgrund von Anregungen der Teilnehmenden sind Wochenendkurse zur Vertiefung geplant. Kontakt: science@goetheanum.ch.

 


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.