News from the Goetheanum

Michaeli-Hochschulzusammenkunft

Created by Sebastian Jüngel |
Die Zusammenkunft von Mitgliedern der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum von 26. bis 29. September war ein intensiver Rückblick auf die Gründungsintentionen der Hochschule, verbunden mit Austausch von Aufgabenstellungen und Vorblick auf Themen und Arbeitsperspektiven der 2013 anstehenden 100-Jahres-Feier der Grundsteinlegung des Goetheanum als Freie Hochschule.

Hauptgründungsintention der Hochschule war und ist es, Beitäge zu leisten zur Erneuerung des Mysterienwesens. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die geistige Welt darauf wartet, mit den Menschen zusammenzuwirken, mit Menschen, die aus freiem Willen und innerer Selbständigkeit, in Anerkennung des Prinzips des Werdens, aus einem Bewusstsein für den Zusammenhang der Dinge und durch Stiftung von Beziehungen zu anderen Menschen und Wesen auf Erden tätig werden möchten. Wenn sich dann noch mehrere Menschen zusammenschließen, kann das neue Mysterium gestiftet werden. In der Beziehung von Rudolf Steiner zum ersten Lehrerkreis der Waldorfschule, einem Kreis von Jungmedizinern um Ita Wegman und einem Kreis von Priestern um Friedrich Rittelmeyer waren diese Voraussetzungen gegeben.  

Für die Allgemeine Anthroposophische Sektion tritt die Frage auf, wie das mantrische Spruchgut der Ersten Klasse zu vermitteln ist. Aus den Forschungen von Peter Selg und Johannes Kiersch ergibt sich der Eindruck, dass Rudolf Steiner dem jeweiligen Menschen einen zu ihm passenden Auftrag erteilt hat und damit verschiedene Arbeitsformen (lesen, frei halten) anlegte. Angesprochen wurde zudem die Frage, wie es sich mit Gruppen verhält, die mit den Klassentexten arbeiten, ohne eine Beziehung zur Hochschule zu suchen. Offensichtlich fällt das Interesse für die Mantren nicht immer mit einem Verständnis für die Bedingungen für eine Mitgliedschaft in der Hochschule zusammen (ein meditatives Leben zu führen, sich im Zusammenhang zu halten und Repräsentant der anthroposophischen Sache zu sein).  

Rudolf Steiner sah sich großem Widerstand gegenüber, von außen insbesondere, aber nicht nur von seiten des Nationalsozialismus; von innen immer dann, wenn die Esoterik nicht zur Arbeit an den Menscheitsaufgaben tatkräftig ergriffen wurde. Denn die neuen Mysterien sind Mysterien des Willens. Für ihre Umsetzung braucht es Mut, führt doch der erste Schritt immer ins Ungewisse, da unklar ist, wie die Welt darauf antwortet. 

Immer wieder war bei der Zusammenkunft die Sehnsucht erlebbar, die Gleichgesinnten aus der Zeit der übersinnlichen Michaelschule wiederzufinden. Contanza Kaliks wies darauf hin, dass doch wohl die Sehnsucht nach dem Zusammensein – trotz der Nöte der Zeit – die Menschen in hoher Zahl auf die Erde bringe. Vielleicht sei, so eine Teilnehmerin, gerade an den aus unterschiedlichen Verständnisgrundlagen herrührenden Schwierigkeiten ablesbar, dass «wir» tatsächlich aus verschiedenen Strömungen stammen – und zusammenarbeiten wollen.


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.