News from the Goetheanum

Medizinische Sektion: Anthroposophische Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Created by Sebastian Jüngel |
Die fachgruppenorientierte Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion von 13. bis 16. September traf offenbar den Nerv der Zeit, wie er sich in Medienberichten über Attentate, Familiengewalt und Kannibalismus widerspiegelt. Während dort Extremfälle Auslöser des Interesses sind, ging es bei der Jahreskonferenz um eine Bestandsaufnahme des Beitrags der Anthroposophischen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Durch die Anthroposophie werden Schicksalszusammenhänge beachtet und die konstitutionellen Grundlagen gemäß der anthroposophischen Menschenkunde vertieft – als Grundlage für Diagnostik und Therapie. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Anschauung des Menschen in seinen Verhältnissen von Geist, Seele und Leib sowie von Denken, Fühlen und Wollen.

Auf dieser Grundlage lassen sich Krankheiten beispielsweise auf Störungen in den Hauptprägezeiten des Nerven-Sinnes-Systems (erstes Jahrsiebt mit Ausbildung des Strukturleibs), des rhythmischen Systems (zweites Jahrsiebt mit Ausbildung des Kraftleibs) und des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems (drittes Jahrsiebt mit Ausbildung des Empfindungsleibs) zurückführen: Im späteren Leben kann es bei Störung des Strukturleibs zu Persönlichkeitsstörungen, bei Störung des Kraftleibs zu Erschöpfungszuständen und bei Störung des Empfindungsleibs beispielsweise zu Magersucht, Substanzsucht und Angsterkrankungen kommen.

Diese Störungen hängen vom persönlichen Schicksal, von der Kultur des Zeitalters (zum Beispiel Kapitalismus) und vom sozialen Umfeld des heranwachsenden Menschen ab (zum Beispiel Verwahrlosung, Zurückweisung, Gewalt, Missbrauch oder Verlust wichtiger Bezugspersonen durch Tod oder Verlassen der Familie). Die Anthroposophische Psychotherapie arbeitet daher vor allem am Schicksalsverständnis, während die An­throposophische Psychiatrie besonders auf die ätherischen Bildeprozesse im Zusammenhang mit der physischen Kraftstruktur der Organe blickt. Die Anthroposophische Psychosomatik strebt an, das gestörte "Instrumentarium" durch Nachreifen wieder anzuregen.

Peter Selg hob hervor, dass Krankheit nichts Absolutes, sondern etwas bezüglich  Zeit oder Ort fehl Platziertes sei. Sie sei, nach Viktor von Weizsäcker, Sprache des Menschen; der Weg zur Gesundheit stelle etwas Schöpferisches dar.


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.