News from the Goetheanum

Konferenz der Generalsekretäre: Vom Kopf auf die Füße

Created by Sebastian Jüngel |
Von 5. bis 8. November 2013 trafen sich die Generalsekretäre mit der Goetheanum-Leitung. Neben Austausch über die laufende Arbeit am Goethe­anum und weltweit traten zwei Arbeitsschwerpunkte: die Verbindung von anthroposophischer Bewegung, Gesellschaft und Hochschule auch in den Ländern und Kommunikation als gemeinsame Aufgabe.

Wie von einem zum anderen Gremium "sickert" der Impuls weiter, sowohl partizipativ als auch verbindlich zusammenzuarbeiten. Eine Frucht ist die Goetheanum-Leitung, eine andere die Konferenz der Generalsekretäre, wo das, was früher Mitteilung war, nun Beratung mit Verbindlichkeit in der Umsetzung von Aufgaben wird. So wird die Beziehung zwischen anthroposophischer Bewegung, Anthroposophischer Gesellschaft und Hochschule für Geisteswissenschaft nicht nur als Aufgabe des Goetheanum erkannt, sondern auch als die eines jeden Generalsekretärs in seinem Land. Während die einen eng eingebunden und mitwirkend in der Hochschule tätig sind, gibt es in anderen Ländern eine eher lose Beziehung. Gerade in der Person des Generalsekretärs bietet es sich an, diese Verbindung zu schaffen. 

Auch die Kommunikation wird nicht allein als Aufgabe des Goetheanum??– einzelner Gremien oder Personen – gesehen. Vielmehr haben sich die Generalsekretäre bereit erklärt, hier stärker als bisher beizutragen, etwa durch Beiträge und durch eine französischsprachige Ausgabe von "Anthroposophie weltweit", an der zurzeit Arie van Ameringen (CA), Marc Desaules (CH) und René Becker (FR) mit Bodo von Plato arbeiten. Am Aufgreifen des Themas Masern zeigte sich, dass Ereignisse und Themen des einen Landes schnell in einem anderen Land relevant werden: Lokales wird global. 

Auseinandersetzung mit dem Bösen

Selbst der geplante "Faust" wird von der Konferenz nicht nur als Kulturerbe deutscher Sprache gesehen, sondern als ein allgemein-menschliches Anliegen, als Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Bösen. Wenn erst einmal die Neuinszenierung des "Faust" finanziert ist – die Zuversicht ist groß, dass es gelingt –, wären Aufführungen mit begleitendem Dolmetschen und eine Reisefassung wünschenswert. 

Als wohltuend beschrieb Torin Finser (US) die Begegnung mit dem Vertreterkreis der Sektion für Landwirtschaft. Bei dieser Begegnung wurde die Worldcafé-Methode eingesetzt, also der Austausch an verschiedenen Tischen mit wechselnden Zusammensetzungen zwischen Generalsekretären, Mitgliedern der Goetheanum-Leitung und des Vertreterkreises. Finser waren zwei Ergebnisse wichtig: Anthroposophie wirkt in der Landwirtschaft durch den Blick auf Mensch und Erde; die Landwirtschaft wirkt auf die Anthroposophie, etwa indem sie Anthroposophie vom Kopf auf die Füße stellt??– die Anthroposophie wird geerdet, die Landwirtschaft bekommt Schwingen. 

Enormes Potenzial an Zusammenarbeit

Als Jahresthema 2014/15 zeichnet sich das Thema "Zukunft der Grundsteinlegung" ab. Constanza Kaliks, Leiterin der Jugendsektion am Goetheanum, arbeitete bei einer Betrachtung heraus, wie man ins Denken dessen kommt, was man sich nicht vorstellen kann. Sie stellte heraus, wie sich Individualität mit anderen – und nicht gegen sie??– bildet, und konstatierte eine Sehnsucht zur Weltbejahung – was auch dem Weltzugang der jungen Menschen entspreche (und letztlich dem Michaelischen Prinzip). Auf Grundlage der hier nur angetippten Blickrichtungen soll auch der Bitte entsprochen werden, das Jahresthema nicht allein von einer eurozentristischen Perspektive aus zu formulieren. Rudolf Steiner habe ein globales Bewusstsein für die Aufgaben gehabt, es aber zunächst auf Europa bezogen ausgerichtet, so Bodo von Plato.

Marjatta van Boeschoten (GB) war das erste Mal in der Konferenz dabei. Sie geht unter anderem mit dem Eindruck, dass hier ein enormes Potenzial an Zusammenarbeit besteht, verbunden mit dem Willen, sich als globale Gemeinschaft zu erkennen. Für Kristina Lucia Parmentier (BE) ist es der nachhaltige Eindruck, den das makrokosmische Vaterunser beim Blick auf die Grundsteinlegung bei ihr hinterlassen
hat. Und Hartwig Schiller (DE) fragt sich, wie der Bau fertig finanziert und wie künftige Projekte wie der "Faust" realisiert werden können – all das vor dem Hintergrund einer sich weiter herausbildenden Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.?

Marc Desaules (CH), Ron Dunselman (NL) und  Hartwig Schiller (DE) wurden gebeten, bis November 2014 an den erweiterten Vorstandssitzungen teilzunehmen.

Vorabdruck aus "Anthroposophie weltweit" Nr. 12/2013

 


This week at the Goetheanum

Goetheanum
as Worldwide
Spiritual
Center

The Goetheanum is a center of a worldwide network of spiritually engaged people. It is the seat of the School of Spiritual Science  and the General Anthroposophical Society, which serves as a place of exchange for those with spiritual questions, and a place for trainings in scientific and artistic fields. 

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café, bookstore and gift shop.