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News from the Goetheanum

Im ‹Goetheanum›: Gerald Häfner zur Wirklichkeit Europas

Created by Sebastian Jüngel |
So viel Leid von Europa ausging, so sehr wird von ihm erwartet, dass es zentrale Probleme löst: das Zusammenleben unterschiedlicher Herkünfte, von Wirtschaft, sozialer Verantwortung und Ökologie. Gerald Häfner blickt mit anderen Autoren im "Goetheanum" Nr. 9–10/2014 auf Mythos, Wirklichkeit und Aufgabe Europas.

Wolfgang Held rückt die Vielfalt Europas aus dem Raum in die Zeit – als ein dynamisches Geschehen sich verändernder Grenzen und sich bildender und wieder auflösender "lokaler Autonomien". Auf dieser Beobachtung bauen die Ausführungen Gerald Häfners auf, des Abgeordneten der Grünen im Europaparlament und Mitinitiator von Democracy International.

Garald Häfner sieht jenseits der EU eine Wirklichkeit Europas. Die "Kunst europäischer Politik" sei es, "die verschiedenen Stimmen in ein sich gegenseitig befruchtendes Gespräch oder Konzert zu bringen." Denn Europa rebelliere gegen den "Versuch, es einheitlich, bürokratisch von oben nach unten zu ordnen". Bei allem Leid, das von Europa ausging, seien die Erwartungen an Europa groß. So werde von außen gefragt: "Wie schafft ihr es, unternehmerische Freiheit mit sozialer Verantwortung zu verbinden? Wie schafft ihr, wirtschaftliche Produktivität mit ökologischer Verantwortung zu verbinden? Wie schafft ihr, mit verschiedenen Herkünften, politischen Richtungen und Glaubensüberzeugungen von Menschen auf engstem Raum fruchtbar umzugehen?"

In weiteren Beiträgen blicken vier Verantwortliche der Anthroposophischen Gesellschaft auf Europa. Der Geist Europas nehme Gestalt an "in der Reibung zwischen starken sozialen und starken antisozialen Kräften", schreibt Frode Barkved aus Norwegen. Er zitiert den norwegisch-irakischen Schriftsteller Walid Al-Kubaisi: "Ich bin Muslim, aber nicht nur ein Muslim-Araber. Ich bin auch ein Christ, weil ich das Gefühl habe, dass sich in ihm die Wahrheit in den Mensch verkörpert. Ich bin ein Jude, weil ich glaube, dass ich individuell ausgewählt bin, ich bin Franzose, weil ich Voltaire liebe, bin Norweger, weil Wergeland mich jeden Tag inspiriert. Ich bin Buddhist, denn ich werde mich in dem, was ich liebe, zerstören, ich bin auch ein Ketzer, weil mich das gesamte Leben verführt, alle Grenzen zu überschreiten."


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
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The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.