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Eurythmie-Bühne: Premiere "Der alte Garten" nach Marie Luise Kaschnitz

Created by Gabriela Jüngel |
Am 14. Dezember 2013 hatte Marie Luise Kaschnitz' Geschichte "Der alte Garten" in eurythmischer Darstellung unter der künstlerischen Leitung von Mirjam Tradowsky Premiere. Neben dem Ensemble spielten auch Kinder aus dem Umkreis mit.

Marie Luise Kaschnitz erzählt von zwei Kindern, die in einem geheimnisvollen Stadtgarten unbedacht toben. Daraufhin verlangen Pflanzen und Tiere ihre Bestrafung. Die Buchenfrau verwandelt das Todesurteil in eine Bewährung, in der die Kinder die Erdmutter und den Meervater aufsuchen sollen.

In den beiden Darstellerinnen der Kinder (Heesook Oh; Barbara Derbidge, zugleich Co-Regie) klangen nuanciert alle eigenen seelischen Regungen und die ihres Umkreises; dadurch waren sie eine alles zusammenhaltende Seele. Die Kinder begegneten mit Eintritt in die Elementarwelt egoistischen Wesen und erfuhren auch unerwartete Hilfen. Die Inszenierung von Mirjam Tradowsky (künstlerische Leitung und Textfassung) lässt die Glocken- und Frühjahrsblumen, die Strauchgeister und die Bienen, Ameisen und Vögel auch von Kindern (5 bis 13 Jahre) eurythmisch gestalten, wodurch diese Wesen eine Anmut unschuldiger Reinheit bekamen; bei den Spitzmäusen war es eher Übermut. Die eurythmischen Bewegungen ließen die belebte Elementar- und Tierwelt wesenhaft werden.

Die Geschichte erweist sich als anspruchsvoll: Die Kinder drangen tief in die verschiedenen Reiche mit ihren Licht- und Schattenseiten ein, standen für die Wahrheit ein, bewiesen Mut und zeigten Interesse an den anderen Wesen. Mit den Kindern "reiste" auch das Publikum zu sinnigen Orten im Goetheanum: Das Westtreppenhaus wurde zur Schwelle vor dem Eindringen in die Erdgeheimnisse; vor dem Grundsteinsaal verband ein Frühjahrsspiel Ober- und Unterwelt in Tradition des Persophone-Mythos; im höhlenartigen Grundsteinsaal erfolgte die "Einweihung" in die Erdenkräfte. Was den Kindern zu Beginn (im Schreinereisaal) gefehlt hat, erfuhren sie (wieder in der Schreinerei) an einem Sterbenden als das, was den Menschen auszeichnet: die Herzenswärme. Damit haben die Kinder ihre Probe bestanden und bekamen den goldenen Schlüssel vom großen Gärtner überreicht.

Dirk Heinrich und Sighilt von Heynitz gaben all den Wesen eine mit Weite und Kraft erfüllte Sprache. Dadurch unterstützten sie das Ensemble in seinem engagiert-durchlebten, bei allem Ernst freudevollem Spiel. Überhaupt beeindruckt die Aufführung als Ensembleleistung – mit den Kindern und ihrem Umkreis, durch das Mitwirken von Eurythmisten bei der Musik (Komposition: Riho Peter-Iwamatsu; Harfe: Salome Dietrich; Flöte: Edwin Kobbé; diverse Klänge: Clara Mestrinel) und durch das Pausenbuffet, das signalisierte: Wir sind zusammen mit euch eine Festgemeinschaft! 

Nächste Aufführung: 21. Dezember, 15 Uhr. 

Vorabdruck aus: "Goetheanum" Nr. 51–52/2013


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