News from the Goetheanum

Europa-Politiker Gerald Häfner am Goetheanum

Created by Ingo Hoppe |
Gerald Häfner, Abgeordneter der Grünen im Europäischen Parlament, sprach am 29. Dezember 2012 im Rahmen der Tagung "Bauen am Vulkan. Arbeiten für die Welt der Zukunft" am Goetheanum über aktuelle Entwicklungen der EU und die "Berufung aller Menschen", sich für eine direktdemokratische Gesetzgebung innerhalb der EU einzusetzen.

Häfner hat als Parteivorsitzender der Grünen in Bayern und langjähriger Bundestagsabgeordneter Deutschlands vor allem auf Landesebene vieles für die direkte Demokratie geleistet. So gehören auch in Folge seiner Arbeit in Bayern Volksabstimmungen mittlerweile zum Alltag. Jetzt bemüht er sich um ein Gleiches im Europäischen Parlament. Doch der Widerstand seitens der Staats- und Regierungschefs sei frappierend und erste Erfolge wohl erst in Jahrzehnten zu erwarten. Solange die unter erheblichen Demokratiedefiziten leidende EU sich weigere, diesen Schritt zu tun, rät Hafner von einem EU-Beitritt der Schweiz ab. Das heißt aber für ihn nicht, sich in der EU nicht weiterhin für die direkte Mitbestimmung einzusetzen. Für diese Aufgabe wünscht er sich mehr Mitstreiter.

Was man von Politikern eher selten hört ist: Privat liest Häfner gern Märchen und schöpft Weisheiten für den politischen Alltag daraus. Die Märchenfigur Pechmarie aus dem Grimm-Märchen "Frau Holle" beispielsweise stehe für das heute immer weiter verbreitete egoistische Profitdenken sowohl des Einzelnen als auch ganzer Institutionen und Firmen. Letztlich führe dieses Denken ins Verderben, was man derzeit an der Finanzkrise in der EU deutlich sehen könne. Wolle es ihre Pechsträne beenden, müsse sie zur Gesinnung der Goldmarie übergehen, die das das Brot aus dem Feuer holt, weil es nötig ist – und nicht, weil sie sich persönlichen Profit davon verspricht.

Wenigstens in Häfners eigener Biographie scheint dieses Vorgehen Früchte getragen zu haben. Das begann mit 11 Jahren, als er sein Sparschwein schlachtete und von den 40 DM selbstgeschriebene Flugblätter druckte, um sie dann auf dem Weihnachtsmarkt zu verteilen. Im Laufe der Jahre entstand daraus eine NGO, die bis heute existiert. Auf dem Flugblatt hatte der 11-Jährige dazu aufgefordert, die Hälfte des sonst für Weihnachtsgeschenke verwendeten Geldes Hungernden der Dritten Welt zu spenden. Heute will Häfner nicht nur Symptome lindern, sondern mittels vernünftiger Gesetze die Ursachen angehen.   

 

 


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.