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News from the Goetheanum

„Die Zukunft ist ein Aufruf an jeden“

Created by Wolfgang Held |
zur Vernissage der Ausstellungen Joseph Beuys und Rudolf Steiner – Soziale Skulptur heute am 3. Mai 2007

Mit etwa 300 Gästen wurde am Goetheanum die Doppelausstellung Joseph Beuys und Rudolf Steiner – Soziale Skulptur feierlich eröffnet. Die Feier war nicht nur Startschuss für diese ungewöhnliche Ausstellung im Goetheanum und in den Räumen des Rudolf Steiner Archivs, sondern auch für die Veranstaltungsreihe Ursache-Zukunft Initiative zur Menschenwürde, die in dem Kongress vom 18. bis 21. Juli gipfeln wird.

Guido Magnaguagno, Direktor des Tinguely-Museums und Festredner des Abends skizzierte seine Verbindungen zum Goetheanum. Er hatte 1999 die grosse Ausstellung in Zürich „Richtkräfte für das 21. Jahrhundert“ mit Wandtafelzeichnungen Rudolf Steiners und Werken von Joseph Beuys durchgeführt. Dabei habe ihn immer wieder das „Universum der Wandtafelzeichnungen als Verlängerung des Gedankens“ begeistert. Anschliessend lenkte er den Blick auf einen Ausspruch von Heiner Bastian zum Umgang mit Joseph Beuys (im Ausstelungsführer): Es gehe darum: „Über die Brücke der eigenständigen Produktivität, die inneren Bereiche seines Selbst zu finden.“ In dieser Kunst, so Magnaguagno stecke eine „unsichtbare Energie“ und der Auftrag dieser Kunst sei, den Weg jedes einzelnen, das bloss Sichtbare zu überwinden, zu unterstützen. Der Basler Museumsdirektor schloss mit den Wandtafelzeichnungen Rudolf Steiners: „Sie sind unsere Welt, sie zeigen uns, was noch alles in ihr zu finden sein wird“

Als zweite Rednerin wurde Hildegard Kurt, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin aus Berlin, begrüsst. Sie gehört zur Organisationsgruppe von Ursache-Zukunft. Zu Beginn kam sie auf das Leitmotiv von Ausstellung und Kongress zu sprechen, dass im Sinne des Beuyschen Ausspruches die Ursachen für unsere Gegenwart in der Zukunft liegen: „Die Zukunft ist apellativ geworden, sie ist ein Aufruf an jeden. Wir werden sie nur bewältigen können, wenn wir aktiv unsere menschlichen Fähigkeiten und Eigenschaften weiterentwickeln.“ so Kurt. Anschliessend kam sie auf die letzte öffentliche Rede von Joseph Beuys zu sprechen, in der der Künstler den Begriff der Sozialen Skulptur erklärte: „Das überräumliche und überzeitliche Prinzip des plastischen Gestaltens kann auch seelisches, geistiges Material ergreifen.“ Hildegard Kurt beschrieb die einzelnen Exponate der Ausstellung und deren Urheber. Zu George Steinmann bemerkte sie, dass seine sozial-künstlerischen Aktionen stehts den Rand suchen, geographisch wie mental und dass diese wachsenden Skupturen dem „Höher-schneller-weiter-mehr“ die Stirn bieten, da sich in ihnen eine geistige Dimension der Entwicklung zeige. Die Rednerin ging mit dem Publikum im Geiste durch die Ausstellung „Soziale Skulptur heute“ und schilderte, wie die Oxforder Künstlerin Shelley Sacks aus 20 Bananenkisten die Soziale Skulptur Exchange Values geschaffen hat, was es mit den „Vertretern des Wandels“ von James Reed, dem „Klavier“ der Künstlergruppe Wochenklausur und dem Stehpult von Nickolas Stronczyk es auf sich hat.

Es ist eine vielfältige Ausstellung doch wo sind die Gemeinsamkeiten? Kurt beantwortete diese Frage mit vier Beobachtungen: Immer steht der Prozess im Mittelpunkt, alle Projekte sind eine Absage an die Marktmechanismen des Kunstbetriebes, sie eint ein transformativer Charakter, sie alle verbinden Ästhetik und Ethik. Was ist, was will Soziale Skulptur? Hildegard Kurt: „Sie zeigt uns, wir dürfen hoffen.“


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.