News from the Goetheanum

Anthroposophische Gesellschaft in der Schweiz: Jahrestagung

Created by Sebastian Jüngel |
Von 15. bis 17. Februar trafen sich zur Jahrestagung im Goetheanum die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz und Gäste aus dem In- und Ausland. Thema war "Die Grundsteinlegung des ersten Goetheanum und der Kampf um den Menschen".

Auf der Jahrestagung "Der Sehn-
suchtsschrei nach dem Geist" 
sprachen Peter Selg, Johannes Greiner, Christian Hitsch und Marc Desaules. Peter Selg stellte die Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft in einen kosmisch-historischen Zusammenhang: Die Grundsteinlegung der Anthroposophischen Gesellschaft und des Goetheanum am 20. September 1913 vollzog sich als ein kosmisch-irdischer Akt in einer auch heute weiterhin dramatischen Weltenlage, in der offen ist, ob die Evolution weitergehen könne oder nicht. Das Tagungsmotto wurde damals von Rudolf Steiner in seiner Grundsteinansprache mehrfach angesprochen.

Johannes Greiner befasste sich mit der Herausforderung Ahrimans, gerade im Zusammenhang mit der den Alltag prägenden Medienwelt.

Christian Hitsch stellte mit einem Blick auf die im Großen Saal des Goetheanum realisierten Formen (woran er als Gestalter des Saales planerischen und praktischen Anteil hat) den Goetheanum-Bau in den Gesamtzusammenhang der Kräfte der Weltevolution.

Und Marc Desaules erläuterte den Grundstein vom Ersten Goetheanum und der Theosophischen Gesellschaft. Dabei brachte er den Pyrit, der der physischen Gestalt des Grundsteins die Form lieh, in die unmittelbare sinnliche Anschauung. Außerdem sprach Desaules über die Mission der Rosenkreuzer ab 1250, die Mikro- und Makrokosmos miteinander in Beziehung setzten und damit an den beinahe gänzlich erloschenen Mysterienstrom der Vergangenheit wieder anknüpften. Sie wirkten jahrhundertelang noch im Verborgenen. In den umgehend veröffentlichten Vorträgen 1910 in Kopenhagen "Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit" sprach Rudolf Steiner von der dramatischen Weltlage und den Anforderungen für Gegenwart und Zukunft. Rudolf Steiners Mysteriendramen, in München zwischen 1910 und 1913 uraufgeführt, bringen dieses irdisch-kosmische Weltgeschehen künstlerisch-szenisch auf die Bühne. Der Dornacher Bau schließlich sollte die Dramen als ihr Herzstück beherbergen und den rosenkreuzerisch-anthroposophischen Schulungsweg, sichtbar durch die Protagonisten in ihrer schwierigen karmischen Verknüpftheit, in die volle Öffentlichkeit stellen als ein Mysterien-Tempel der Gegenwart.

In die Tagung integriert waren die Delegiertenversammlung und die Mitgliederversammlung. Bei der Delegiertenversammlung stand die Entscheidung an, die Gründung des Fonds Kulturerbe Rudolf Steiner zu unterstützen. Dies geschah einstimmig.

Zur Delegiertenversammlung und Jahrestagung trugen nicht zuletzt junge Musiker bei. Eine Schülerin sang sechs von einem Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Birseck vertonten Sprüche des "Anthroposophischen Seelenkalenders", und zwei junge Musiker ließen Robert Schumanns "Phantasiestücke" für Klarinette und Piano erklingen.

Neben den Konzerten und der Gestaltung der Schreinerei als einem der Tagungsorte in Blau und Rot und mit den Büsten der Ur-Vorstände gab es eine weitere künstlerische Darstellungsform: die Eurythmieaufführungen vom Eurythmeum CH und der Goetheanum-Eurythmie-Bühne mit dem Programm "Und der Bau wird Mensch". Hier "erscheinen" die Worte zu den Glasfenstern des Goetheanum in Wort, Farben und Musik, sodass das, was im Saal lebt und webt, lebendig wird. Abschließend zeigte die Goetheanum-Eurythmie-Bühne den Grundsteinspruch in Eurythmie.

In vier Führungen konnten die Teilnehmenden zentrale Orte des Goethenaum mit substanziellen Erläuterungen erleben. Unter anderem das Hochatelier, wo die neun Meter hohe Plastik des Menschheitsrepräsentanten entstand, sowie das Atelier Rudolf Steiners, wo zahlreiche wichtigste Begegnungen mit Rudolf Steiner stattfanden, wo er lebte und arbeitete, seine letzte Lebenszeit verbrachte und starb.

Durch die Konzerte und Aufführungen wurde deutlich: Die Anthroposophie wird erst durch die Künste ein Ganzes.

(Zusammengestellt nach Berichten von Clara Steinemann und Franz Ackermann.)


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.