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Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft: Ostertagung zu den Kernaufgaben

Created by Michaela Glöckler, Justus Wittich |
100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist die Frage nach individueller und so­zialer Friedensfähigkeit virulent. Die Ostertagung "90 Jahre Leben mit dem Impuls Weihnachtstagung. Arbeitsperspektiven für das kommende Jahrzehnt" von 17. bis 20. April am Goetheanum widmet sich vor diesem Hintergrund den Errungenschaften der Bewusstseinseelenzeit.

Die Bewusstseinsseelen-Entwicklung bringt den einzelnen Menschen ganz "zu sich". Positiv bedeutet dies die Absage an jede Form von Fremdherrschaft und Autoritätsgläubigkeit. Das Verehrungsbedürfnis der Seele richtet sich nicht mehr auf Menschen und Menschengruppen, sondern sucht sachliche Nahrung in individuellem Erkenntnis- und Wahrheitsstreben. Negativ jedoch birgt sie die Gefahr der inneren Isolierung und Einsamkeit, gefolgt von Unsicherheit, Misstrauen und Angst. So ist verständlich, dass seit dem 15. Jahrhundert soziale Unruhen, kriegsähnliche Zustände und Kriege zugenommen haben. 

Entwicklungsmomente

Zu Beginn des Bewusstseinsseelenzeitalters, am 6. Januar 1413, inmitten des Hundertjährigen Krieges 1339 bis 1453, wird Jeanne d‘Arc geboren. Sie steht vom 13. Lebensjahr an unter der Inspiration des Erzengels Michael, siegt mit 16 Jahren vor Orleans, wird 1431 als Hexe verbrannt, 25 Jahre später als Märtyrerin rehabilitiert und 1922 heilig gesprochen: Urbild eines geistgeführten, nur sich und seinem Gewissen folgenden Menschen. 200 Jahre später macht die "Fama Fraternitatis" die Runde, die sich an die Fürsten Europas wendet und erstmals die Bruderschaft der Rosenkreuzer öffentlich anzeigt mit ihrem Leitspruch: "Ex Deo nascimur, in Jesu morimur, per Spiritum Sanctum revivscimus." 

Nach 500 Jahren Bewusstseinsseelen-Entwicklung bricht der Erste Weltkrieg aus, 25 Jahre später der zweite, deren apokalyptische Ursachen und Folgen insbesondere die europäische Entwicklung belasten. Diese Ursachen und Folgen sind sozialistische und ethnisch-national motivierte Ideologien und der Hass auf die potenzielle Macht des Individuums, das den Autoritäten zu entgleiten droht. "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" – eine Nazi-Parole wie diese klingt zwar "sozial", löscht aber bei Bedarf die Intentionen des Individuums aus. Der Anthroposophischen Gesellschaft und ihrem Wirkenszentrum, der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, gibt Rudolf Steiner klare Hinweise, wie der individuelle Schulungsweg und die soziale Entwicklung konstruktiv Hand in Hand gehen können. Der Impuls der Weihnachtstagung 1923/24 setzt hierfür einen bewussten Ausgangspunkt, ja, einen "Welten-Zeitenwende-Anfang" im Zeichen von Ich-Geburt und bewusster Gemeinschaftsbildung. 

90 Jahre hat dieser Impuls inzwischen gewirkt. Es ist bisher gelungen, allen inneren und äußeren Angriffen zum Trotz die integrierenden Kräfte in der anthroposophischen Bewegung in Führung zu halten. Sie zu stärken und die Technik ihrer Anwendung eingehend für das kommende Jahrzehnt zu beraten, ist Kernanliegen der Ostertagung 2014 am Goetheanum.

Vorabdruck aus "Anthroposophie weltweit" Nr. 1-2/2014

Flyer


This week at the Goetheanum

Goetheanum –
School of
Spiritual Science

The Goetheanum is the headquarters for the School of Spiritual Science and the General Anthroposophical Society. The School of Spiritual Science with its eleven sections is active worldwide in research, development, teaching, and the practical implementation of its research findings and is supported by the Anthroposophical Society.

Events range from lectures on special themes, to large, international conferences, to performances by  ensembles and guest performances in Eurythmy, theater, puppetry and music. 

Situated in the Jura landscape, 10 Kilometers South of Basel, the Goetheanum sits grand on the Dornach hill, with its expressive architecture and picturesque garden park, café and a bookstore.