Pädagogische Sektion: Welt-Lehrer- und Erziehertagung

Erstellt von Wolfgang Held |
Zur zehnten Weltlehrertagung von 28. März bis 2. April 2016 am Goetheanum trafen sich 850 Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher.

Das Thema "Gewinnen am Widerstand: Mut zu freiem Geistesleben" hatte einen weiten Klang und traf zugleich viele aktuelle Herausforderungen der Waldorfpädagogik. So war es kein Zufall, dass, wie Claus-Peter Röh, einer der beiden Leiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum, schilderte, sich das Thema an der internationalen Konferenz der Waldorfpädagogik in Israel – einem heutigen Nabel von Konflikten und Widerständen – kondensierte.

Doch nicht nur staatliche Regulation stellt sich als Widerstand in den Weg, es sind, so Vanessa Pohl, auch die unerkannten festen Formen, die oft nur von neuen Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen werden können.

Der pädagogisch erfolgreiche Alltag lasse uns vergessen, so Florian Osswald, der andere der beiden Leiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum, dass Waldorfschule auch eine Verwandlung der Gesellschaft bedeutet. Dass sich dabei die Identität nicht durch Abgrenzung, sondern durch Interesse und Verbindung mit anderen bilde, war in zahlreichen Beiträgen zu hören. Dieser Gedanke war nicht neu, aber neu sei, so Osswald, dass wir alle das wollen.

Um diesem Willen auch äußerlich Kontur zu geben, gab es abends Beiträge zum zivilgesellschaftlichen Engagement. Danielle Gansers Kritik der öffentlichen Meinungsbildung im Westen verlieh der Tagung eine politische Gegenwärtigkeit. Leicht gerät man hier allerdings wieder in eine einfache Freund-Feind-Optik, die man im pädagogischen gerade hinter sich lassen möchte. 

Ein Resümee: Die Waldorfbewegung wird internationaler und jünger – gute Voraussetzung, um mit und durch alle Widerstände Teil der Welt zu werden.

Quelle: "Das Goetheanum" Nr. 16/2016

Vanessa Pohl, Kasmir Msigwa und Guomin Gao (Foto: Wolfgang Held)
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