Fotoserie vom Goetheanum: Zeitschrift ‹Garage›

In der amerikanischen Zeitschrift ‹Garage› (Print und online) erschien im Februar 2019 eine Fotoreportage (mit Modedesign) über das Goetheanum. 

Der Beitrag in der Zeitschrift ‹Garage›  – der Name nimmt Bezug auf das Garage Museum of Contemporary Art in Moskau – beschreibt die Begegnung mit ‹Switzerland’s most Eccentric Building›, Rudolf Steiner und Anthroposophie. Mit dem Goetheanum werden Modeentwürfe von Weltmarken gezeigt, zum Teil von Mitgliedern des Eurythmie-Ensembles. Während uns zum Text nur positives Echo erreichte, haben die Bilder Irritation und Rückfragen ausgelöst, besonders Aufnahmen im Saal. Das bedauern wir sehr.

Das Goetheanum erhält beinahe wöchentlich Anfragen von Redaktionen und Agenturen, den Bau fotografieren oder filmen zu dürfen. In der Mehrzahl der Fälle – vor allem bei Produktmarketing – lehnen wir solche Gesuche ab, um die Identität des Goetheanum zu schützen. Projekte, bei denen die Architektur des Goetheanum in Beziehung zu zeitgenössischen Kunsterzeugnissen gebracht werden soll, prüfen wir genau, um auszuschließen, dass der Bau zur Kulisse wird. Wenn ein künstlerisch seriöses Engagement spürbar ist, gehen wir in ein Gespräch. 

Die Tatsache, dass Lukas Wassmann, der Fotograf des Beitrags, seiner verstorbenen Mutter – Eurythmistin und einst Haushälterin an der Else-Klink-Eurythmieschule – diese Fotoserie widmen wollte, ließ uns sein Vorhaben wohlwollend prüfen. Nach Rücksprache im Haus haben wir der Fotoserie zugestimmt. Für die Bühnenkollegen ist es allerdings schmerzlich, dass die Fotoserie vor einer Prüfung veröffentlicht wurde, sodass unpassend empfundene Aufnahmen den Weg ins Blatt gefunden haben. 

Wir begrüßen, wenn Künstler aus aller Welt Zugang zum Goetheanum suchen, denn der Bau ist Kulturerbe aller Menschen. Wir wollen dabei besser Sorge tragen, dass auf dieser Grundlage und nach den Einwänden die Würde des Baus aus Perspektive möglichst aller mit dem Goetheanum verbundenen Menschen gewährleistet ist. In Reaktion auf diese Veröffentlichung hat der Vorstand entschieden, zukünftig kein Marketing von Produkten – auch als Nebeneffekt einer Reportage – im und mit dem Gebäude zuzulassen.

Dieser Beitrag von Wolfgang Held erschien in ‹Anthroposophie weltweit› Nr. 4/2019. Wolfgang Held ist Beauftragter für Kommunikation am Goetheanum.

Web ‹Garage›

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Liebe Mitglieder

Das Leben ist eine Prüfung.

Wenn ein Mensch auf das Goetheanum mit Interesse und Fragen zukommt, sagen wir ja zur Begegnung. Auch in Zukunft werden wir auf Anfragen eingehen.

Dieses Mal ist der Prozess unbefriedigend verlaufen. Wir sind davon ausgegangen, dass das eine Hommage an die Eurythmie, an die Mutter des Fotografen – als die Haushälterin von Else Klink – wird. 

Wir wurden in Eurythmiekleidern und Modedesign-Kleidung fotografiert und sind davon ausgegangen, dass beides in der Publikation erscheint. Es war verabredet, dass wir die Fotoauswahl mitbestimmen können. Beides war nicht der Fall, sodass wir hinter der jetzigen Fassung der Veröffentlichung nicht stehen können. 

Wir waren zu blauäugig, haben keinen genügend restriktiven Vertrag gemacht – das war ein Fehler. Wir werden eine nächste ähnliche Situation gründlicher prüfen. 

Wir möchten unser Bedauern ausdrücken gegenüber Empfindungen und Gefühlen, die gewisse Bilder auslösen.  

Statement zur Publikation ‹Garage› von Stefan Hasler und Silke Sponheuer mit Tanja Masukowitz und Nils Frischknecht, Goetheanum, auf der Jahreskonferenz / Generalversammlung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am 13. April 2019

 

 

 

Goetheanum vom Westen (Foto: Sebastian Jüngel)
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