1969-1989 Ausbreitung und Professionalisierung

Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

70er Jahre Verstärkte Ausbreitung der Kulturinitiativen. Weltweit entstehen eine Vielzahl von Schulen, Höfen, Studienstätten, Ausbildungszentren, sozialpädagogische, sozialtherapeutische und heilpädagogische Einrichtungen, Kliniken, pharmazeutische und therapeutische Einrichtungen u.v.a.m., die in Anthroposophie ihre Wurzeln haben. Mit der öffentlich beachteten Gründung des „Gemeinnützigen Gemeinschafts-Krankenhauses Herdecke“ 1969 wird eine neue Entfaltungsphase eingeleitet.

<strong>Gerhard Kienle (1923-1983),</strong> Arzt. Initiator des „Gemeinnützigen Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke“ und Mitgründer der freien Universität Witten/Herdecke Anfang der 80er Jahre.

Parallel dazu entstehen berufsbildende Studiengänge zur Waldorfpädagogik, biologisch-dynamischer Landwirtschaft, anthroposophisch erweiterter Medizin und künstlerische Ausbildungen in allen Erdteilen. Die entsprechende Grundlagen- und Fachforschung in eigenen Instituten und an Hochschulen und Universitäten schlägt sich in wissenschaftlicher, fachorientierter und allgemein-anthroposophischer Literatur nieder.
Zur Koordination der verschiedenen Einrichtungen entstehen eigene, von der Anthroposophischen Gesellschaft unabhängige Verbände und Gremien.
Die Anthroposophische Gesellschaft bildet durch Fachtagungen, Kulturaustausch und Forschung ein kommunikatives Zentrum und einen menschlichen Zusammenhang der verschiedenen Bewegungen.
Eine lokale, überregionale und internationale Tagungskultur entsteht. Tagungs- und Studienhäuser mit vielfältigen Kursangeboten an verschiedenen Orten.

<b>Ute Craemer (*1938)</b>1979 gründete Ute Craemer in Sao Paulo in den Favelas (Elendsviertel) von Sao Paulo ein Kulturzentrum. Heute arbeiten dort über 120 Menschen in den Werkstätten, Bildungseinrichtungen, in der Gesundheitsarbeit, Theatergruppen etc. Betroffene können so die Armutsspirale durchbrechen. Ca. 10.000 Menschen sind dort bisher an den Tätigkeiten beteiligt gewesen.

80er-Jahre In den 80er Jahren entstehen neu anthroposophische Kulturinitiativen in sozialen Brennpunkten: Waldorfschulen und Kindergärten in Südafrika jenseits der Grenzen von Apartheid, Kulturarbeit in den Elendvierteln von Sao Paulo, Sozialarbeit im Strafvollzug, Suchttherapie, Altenpflege u.v.a.m.

<b>Jörgen Smit (1916-1991)</b> Philologe und Waldorflehrer. Leiter der Jugendsektion und der Pädagogischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Initiert am Goetheanum die „Weltlehrertagungen“ und internationale Jugendtagungen. Er verbindet verschiedenste Menschen durch seine spirituelle Integrität.
Nelson Mandela besucht einen Waldorfkindergarten in Philippi-Township / Südafrika.