Glashaus - Vergangenheit mit Zukunft 2006/2007

Ansicht des Glashauses von Südwesten

 

 

Unter unserem Schutz

Das älteste noch bestehende Bauwerk nach einem Entwurf Rudolf Steiners sollte erhalten werden! Aus diesem Grund war im Jahr 2004 beschlossen worden, das Glashaus durch eine umfassende Sanierung zu sichern. Inzwischen ist das Haus vollständig saniert und bezogen worden.

Wir wissen, dass gerade dieses Gebäude der anthroposophischen Bewegung ans Herz gewachsen ist. An der „kleinen Schwester des ersten Goetheanum“, kann die Entwicklung des neuen Bauimpulses exemplarisch studiert werden. Daher freuen wir uns, dass das Gebäude im Zusammenhang mit dem Sanierungs- und Umbauprojektes (Ende 2005- Anfang 2007) vom Kantonalen Amt für Denkmalpflege und Archäologie (Solothurn) unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Rahmen der Bauarbeiten ist versucht worden, die ursprünglichen Gebäudeteile als solche erkennbar zu machen und in dem Haus gleichzeitig eine zeitgemässe Nutzung zu ermöglichen.

Ein Haus für die Forschung

Das Glashaus wird heute wieder durch die Naturwissenschaftliche Sektion und die Sektion für Landwirtschaft der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft genutzt. Beide Sektionen pflegen zum einen ein weltweites Netzwerk von Menschen und Institutionen, die auf den jeweiligen Feldern arbeiten, zum anderen betreiben sie auch vor Ort Forschung. So soll das Haus die Arbeit von Menschen beherbergen, welche auf der Grundlage goetheanistischer und anthroposophischer Methoden Naturwissenschaft betreiben und lehren wollen, und welche diese Arbeit in die Diskussionen und die Lebenssituationen unserer Zeit hineinstellen wollen. Es geht um die Ausbildung lebendiger Denk- und Sichtweisen, um die Beurteilung und  das Finden nachhaltiger Lösungen für aktuelle Fragen, wie z.B. die Didaktik von Naturwissenschaft.
Für die notwendige Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Arbeit im anthroposophischen Sinne sollten günstige Bedingungen geschaffen werden. Dazu gehörte von baulicher Seite die Einrichtung von Forschungslabors, ausreichend Büros für wissenschaftliche Mitarbeiter, einer Werkstatt, der Bibliothek und eines weiteren Vortragssaales in der Westkuppel, welcher auch für andere Veranstalter innerhalb des Goetheanum zur Verfügung steht.

Mitarbeiter der Naturwissenschaftlichen Sektion im Gewächshausanbau des Glashauses

Vorhaben und Umsetzung

Es war uns darum gegangen die Bausubstanz in Material und Ausdruck so erneuern, dass das ursprüngliche Gebäude wieder klarer erlebbar wird. - Eine Aufteilung der beiden seitlichen, kuppelbekrönten Rundtonnen in mehrere Geschosse (wie in den 40 und 50er Jahren eingebaut) sollte aber beibehalten werden, um den notwendigen Platz für die Hochschularbeit zu erhalten. - Die so direkt unter den Kuppeln entstehenden Räume sind so, nicht wie bisher als Abstellflächen genutzt, sondern im Norden mittels grosser dreiteiliger Fenster erhellt und als Seminarraum, sowie Bibliothek für ein öffentlicheres Publikum nutzbar gemacht worden.

Auch im technischen Bereich wurden Erneuerungen ausgeführt. Treppen und Flure mussten den Sicherheitsvorschriften angepasst werden. Wärme- und Schallschutz entsprechen dem heutigen Standard  und die gesamte Gebäudetechnik wurde ersetzt.

Sanierungsmassnahmen im einzelnen

- Erneuerung der äusseren Fassadenoberflächen mit den gleichen Holzschindeln, damit der Ausdruck erhalten blieb
- Versehen der Aussenwände mit Wärmeschutz und Winddichtung
- neue Deckung der Kuppeldächer, unter Wiederverwendung der noch intakten Schieferplatten vor Ort und derer aus der Haldensanierung, einschliesslich Wärmedämmung
- Erneuerung der Fenster in einem zweischichtigen System, d.h. bestehender äusserer Fenster (für den Erhalt des Erscheinungsbildes)  und wärmeschutzverglaster innenliegender Fenster, inkl. Sonnenschutz
- Sanierung der verfaulten und pilzbefallenen Grundkonstruktions-Balken
- Anpassung der Innenwände und Zwischenböden an die  neuen Bedürfnisse
- Anpassung der Elektroinstallation einschliesslich einer Brandmeldeanlage an heutige Vorschriften
- Erneuerung und Ergänzung der Sanitäranlagen inklusive der Kanalisation und Regenentwässerung
- komplette Neuinstallation der Heizverteilung und Heizkörper entsprechend der neuen Raumaufteilung und dem geminderten Heizenergiebedarf
- Überarbeitung von alten Böden, Wände und Decken
- Drainage im Kellerbereich gegen Feuchtigkeit  

Denkmal

Heute sind es nicht allein Ästheten, Architekten und individuell Interessierte, die sich mit diesem Bau lebhaft beschäftigen, sondern es sind auch die Fachleute der Denkmalpflege auf Glashaus aufmerksam geworden. Die Gespräche mit dem Denkmalschutz führten dahin, dass eine sinnvolle Unterschutzstellung, ähnlich dem Goetheanum selbst, durch das Kantonale Amt für Denkmalpflege und Archäologie (Solothurn) erfolgt ist. Geschützt wurde die typischen Erscheinungsformen, die auf Rudolf Steiner zurückgehen; die Nutzungsfreiheit aber bleibt bestehen.

Damit gewinnt dieser Bau gut 90 Jahre nach seiner Erstellung eine hohe öffentliche Anerkennung. Die Schweizerische Öffentlichkeit fühlt sich für diesen Bau mitverantwortlich und will sich, wenn auch eher in bescheidenem Rahmen an den Sanierungskosten beteiligen.

 

Kosten

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich einschliesslich aller Nebenkosten für Räumungen, Ausstattung, Umzüge und übrige Aufwendungen auf ca. 3 Millionen Schweizer Franken. Ein grosser Teil dieser Summe ist für das Projekt bereits zurückgelegt bzw. verwendet worden. Auch sind zahlreiche Spenden von Beträgen bis 3000 Franken eingegangen. Besonders die Britische Landesgesellschaft und die Landesgesellschaften Italiens und der Vereinigten Niederlande haben mit höheren Beträgen zur Finanzierung beigetragen. Doch sollen, wenn möglich, noch etwa eine weitere Millionen Franken über Spenden zusammengebracht werden.

Wenn Sie mit uns gemeinsam dieses Projekt unterstützen wollen, seien Sie hiermit herzlich dazu eingeladen!

 

Spendenkonten

Bitte immer mit dem Vermerk: "Bauspende Glashaus"


Für die Schweiz und nicht-europäische Länder:

Kontonummer 10060.71 bei der Raiffeisenbank CH-4143 Dornach (1), BC 80939, PC-Konto der Bank 40-9606-4, IBAN: CH 3680939000001006071, BIC: RAIFCH22

 
Für Deutschland:

finden Sie unsere Bankverbindungen unter der Adresse: www.goetheanum.org/179.html


sonstige Spenden und EU-Länder:

Kontonummer 988100 bei der GLS Gemeinschaftsbank DE-Bochum, BLZ 430 609 67, IBAN: DE 53430609670000988100, BIC: GENO DE M1 GLS


Sie haben auch die Möglichkeit, online zu spenden.

Mitarbeitende im Baukreis Glashaus:

Cornelius Pietzner (Geschäftsleitung der AAG)
John Herdin (ehem. Leiter der Bauadministration am Goetheanum)
Johannes Kühl (Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaften)
Nikolai Fuchs (Leiter der Sektion für Landwirtschaft der Freie Hochschule für Geisteswissenschaften)
Martin Zweifel (Baubüro am Goetheanum)
Susanne Böttge (Baubüro am Goetheanum)
Kurt Remund (Bauadministration am Goetheanum)

 

 
Autoren im Auftrag der Geschäftsleitung der AAG und des Baukreises:
Susanne Böttge • Johannes Kühl • Kurt Remund • Martin Zweifel

Stand: März 2007