Rudolf Steiner, Abzüge unterschiedlicher Aufnahmen von Otto Rietmann (Foto: Johannes Nilo)
Rudolf Steiner mit Pelzmütze, von Oswald Dubach, 1935, Gipsabguss, 27 × 20 × 13.5 cm, Copyright: Goetheanum Dokumentation (Foto: Johannes Nilo)

Goetheanum, Dornach, 22. Februar 2016

Goetheanum-Dokumentation: Ausstellung Rudolf Steiner Bilder

Die Goetheanum-Dokumentation befragt zu Rudolf Steiners 155. Geburtstag das von ihm überlieferte Bild. Ausgangspunkt dafür sind Interpretationen seiner Persönlichkeit in Fotografie, Malerei, Skulptur und Schrift.

Von Rudolf Steiner gibt es viele Bilder: auf Silbergelatineabzügen, mit Öl gemalt, in Holz, Gips, Bronze oder Terrakotta gestaltet, ja sogar als Comicfigur. Die Kunstsammlung Forum Würth besitzt eine Steiner-Skulptur von Jean Tinguely in Eisen, Schrauben und anderen Fundstücken. Jedes dieser Bilder ist Interpretation und Inszenierung je nach Ausdruckmittel und Auffassung. Wie bewusst gegebenenfalls nachgeholfen wurde, machen Abzüge deutlich, die ein Motiv mal weicher oder härter, mal heller oder dunkler zeigen, das eine mehr, das andere weniger betonend, mit verändertem Hintergrund oder anders gefasstem Ausschnitt.

Das jeweils persönliche Bild, das man sich von Rudolf Steiner macht, spiegelt sich auch in der Wahl bestimmter Porträts als Wandschmuck wider. Johannes Nilo, Leiter der Goetheanum-Dokumentation und Kurator der Ausstellung "Rudolf Steiner Bilder", identifiziert beispielsweise diejenigen, die mit einem Studiobild des St. Galler Fotografen Otto Rietmann auf den modernen Eingeweihten blicken wollen, dann diejenigen, die ihn als Gründungsvater und Sozialreformer sehen, schließlich dritte, die eine Aufnahme um die Jahrhundertwende 1900 wählen, auf der Steiner aufrecht im Halbprofil, mit beiden Händen halb sich stützend, halb souverän sich haltend, hinter einem Stuhl steht, weil sie Steiner als unabhängige, weltoffene Kulturpersönlichkeit schätzen. Für Johannes Nilo sind diese Bildtypologien in einer "Kampfzone um den richtigen Steiner" entstanden, als Ausdruck von Verehrung und Schutz, von Befreiung von dieser Verpflichtung, aber auch von Kritik und Verleumdung.

Die Goetheanum-Dokumentation zeigt über 20 Exponate von Oswald Dubach, Fritz Hass, Bernhard Hoetger, Richard Pollak, Otto Rietmann, Albert Steffen, Karl H. W. Stockmeyer, Assja Turgenieff und anderen.
(2004 Zeichen/SJ)

Ausstellung:
Rudolf Steiner Bilder
26. Februar – 8. Juli 2016
Goetheanum-Bibliothek
dienstags 14 bis 19 Uhr, freitags 14 bis 18 Uhr

Eröffnung mit Rudolf Bind: 26. Februar 2016, 18.30 Uhr

Sonderöffnungszeiten am 27.?Februar, 15.30-18.30 Uhr

 

 

 

Das Feuchtgebiet im Norden: neuer Weg (Foto: Sebastian Jüngel)
Das Feuchtgebiet im Norden: neuer Weg (Foto: Sebastian Jüngel)
Das Feuchtgebiet im Norden: alte Stütze des Schwinbachs (Foto: Sebastian Jüngel)
Geplante zweite Fläche für ein Feuchtgebiet zwischen Verlags- und Glashaus (Foto: Sebastian Jüngel)

Goetheanum, Dornach, 12. Februar 2016

Goetheanum-Park: Einrichten eines Feuchtgebiets

Zum nördlichen Goetheanum-Park gehört eine verwilderte Fläche Land. Einst als Obstwiese und zur Gewinnung von Weidenruten für den Rebbau genutzt, wird seit Februar das Gelände als Feuchtgebiet eingerichtet.

Der Goetheanum-Gartenpark und seine Umgebung sind von unterirdischen Wasseradern durchzogen. Wo sie hervortreten, bilden sich Wasserläufe, feuchte Stellen und Weiher. Auch das Gelände hinter dem Glashaus auf Arlesheimer Boden ist ein Feuchtgebiet. Früher wuchsen hier Obstbäume und Weiden, deren Ruten der Befestigung von Reben in der Nachbarschaft dienten.

Um diesen Naturraum wieder zu erschließen, hat sich die Goetheanum-Gärtnerei vom Dornacher Biologen Daniel Knecht beraten lassen. Ergebnis: Eine Feuchtwiese soll die Artenvielfalt in Flora und Fauna erhöhen. In Zusammenarbeit mit den Naturschutzvereinen Arlesheim und Dornach und den zuständigen Behörden wird das in den letzten Jahren verwilderte Gelände seit Februar neu gestaltet: Sträucher, Brombeeren und einige Bäume wurden entfernt, um das Gebiet zu durchlichten. Ziel ist, dass sich im wärmeren und sonnigeren Gelände Tiere wie Amphibien auf der Wildwiese ansiedeln.

Neu gegriffen wird in diesem Abschnitt auch der Schwinbach. Das Bachbett soll etwas erhöht werden, um die Böschung zu stabilisieren. Hier laufen noch die Bewilligungen bei den zuständigen Behörden.

Schon jetzt weist die Wegführung mit Schredderholz zum Flanieren ein. Später sollen noch Sitzbänke aufgestellt werden. Benno Otter von der Goetheanum-Gärtnerei wünscht sich, dass sich der Mensch mit der Natur verbindet. Dann steigt er in einen Bachlauf und zeigt längliche Kalksteine. Zerbricht man sie, wird ein Holzkern sichtbar – um Zweigabschnitte hat sich eine mehrere Milimeter dicke Kalkkruste gebildet. Dieses Phänomen entsteht in langsam fließenden, kalkhaltigen Gewässern.

Später wird auch die Wiese zwischen Verlags- und Glashaus als Feuchtwiese eingerichtet.
 
(1906 Zeichen/SJ)

 

 

 

Labor der Naturwissenschaftlichen Sektion: Experiment zu komplementären Spektren mit einer Spiegelspaltblende (Foto: Matthias Rang/Naturwissenschaftliche Sektion)

Goetheanum, Dornach, 6. Januar 2016

Naturwissenschaftliche Sektion:
Rehabilitation von Goethes Farbenlehre

Matthias Rang zeigt in seiner Dissertation ‹Phänomenologie komplementärer Spektren›, dass Newtons und Goethes optische Experimente komplementäre Aspekte desselben Phänomensbereichs repräsentieren.

Ausgehend von André Bjerke stellte Matthias Rang im Vorfeld seiner Dissertation fest, dass Goethe – mit der Entdeckung des "Magenta-Spektrums" und seiner Komplementarität zum bekannten "Grün-Spektrum" – keine Gegenexperimente zu Newton durchführte, sondern dort unterdrückte Teilphänomene sichtbar machte. Dabei erwies sich die vorgängig von Torger Holtsmark theoretisch erwogene und von Matthias Rang zunächst ohne Wissen dieser Vorarbeit entwickelte Spiegelspaltblende als aufschlussreich, macht sie doch die ganze Bandbreite an Lichtspektren sichtbar. Matthias Rang: "Mit Hilfe der Spiegelspaltblende konnte ich zeigen, dass sich die Spektren von Newton und Goethe in ihrer Entstehung gegenseitig bedingen, sodass Goethes und Newtons Experimente gegenseitige Ergänzungen darstellen." Durch die Beschreibung mit einem quantitativen Formalismus konnte Matthias Rang die optische Äquivalenz der Spektren belegen und die vollständige Symmetrie in den spektralen Phänomenen theoretisch begründen.

Als mögliche Anwendung ist die Erhöhung der Messgenauigkeit in der Spektroskopie von lichtschwach leuchtenden Flächen – wie sie beispielsweise bei Biolumineszenzen vorkommen – denkbar. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten sieht Matthias Rang in einer thermodynamischen Begründung der optischen Symmetrie.

"Für uns alle ist die Dissertation von Matthias Rang ein wichtiger Meilenstein", so  Johannes Grebe-Ellis von der Bergischen Universität Wuppertal, der die Dissertation betreut hat. "Die Arbeit Rangs fußt unmittelbar auf der jahrzehntelangen Forschungstätigkeit zu optischen Phänomenen an der Naturwissenschaftlichen Sektion." Geprägt haben diese Forschung maßgeblich Torger Holtsmark, Georg Maier, Manfred von Mackensen und Heinz-Christian Ohlendorf.
(2014 Zeichen/SJ)

Matthias Rang:
Phänomenologie komplementäre Spektren
426 Seiten, Euro 59
Logos-Verlag, Berlin 2015
ISBN  978-3-8325-3974-0

 

 

 

Archiv Medienmitteilungen

22.02.2016 Goetheanum-Dokumentation: Ausstellung Rudolf Steiner Bilder, Skulptur von Oswald Dubach, Fotoabzüge von Otto Rietmann (Fotos: Johannes Nilo)

12.02.2016 Goetheanum-Park: Einrichten eines Feuchtgebiets und Foto Weg 1, Foto Weg 2, Foto Bach, Foto Geplantes zweites Feuchtgebiet (Fotos: Sebastian Jüngel)

06.01.2016 Naturwissenschaftliche Sektion: Rehabilitation von Goethes Farbenlehre und Foto

09.12.2015 Sektion für Landwirtschaft: Forum zur Stärkung des Lebensraums Erde

03.12.2015 Forschungsstelle Eurythmie arbeitet Grundlagen komplett neu auf und Foto Leitung Forschungsstelle Eurythmie und Foto Dokumente

27.11.2015 Verlag am Goetheanum: "Putzen lieben?" von Linda Thomas und Cover

31.09.2015 Sektion für Sozialwissenschaften: Leitung mit Gerald Häfner und Foto (zVg)

25.09.2015 Sektion für Sozialwissenschaften: Paul Mackay diskutiert Buch über Grundeinkommen und Foto Autoren (Ralph Boes) und Cover Buch

08.07.2015 Kooperation Junge Bühne und Goetheanum-Bühne: Freilichtspiel "Die Räuber" nach Friedrich Schiller und Foto

19.06.2015 Sektion für Schöne Wissenschaften: Buch "Märchen und Rosenkreuzer" von Almut Bockemühl und Cover

12.06.2015 Sektion für Bildende Künste: Ausstellung "Norden im Goetheanum" und Foto 1, Foto 2, Foto 3, Foto 4, Foto 5, Foto 6

09.06.2015 Verlag am Goetheanum: "Ars Herbaria" eines der schönsten Bücher und Cover

08.06.2015 Jean-Michel Othoniel am Goetheanum und Porträt ((c) Othoniel, ARS, New York; ADAGB, Paris, Foto: Philippe Chancel)

22.05.2015 Sektion für Redende und Musizierende Künste: Neuherausgabe Toneurythmiekurs und Cover

13.05.2015 Verlag am Goetheanum: Rudolf Steiner und die Musik, Cover, Michael Kurtz

15.04.2015 Faust am Goetheanum: Goetheanum-Bühne, Schauspiel, Eurythmie, Bühnenbild, Kostüme. Fotos

28.03.2015 Vorstand am Goetheanum: Emeritierung und Ergänzung

24.03.2015 Goetheanum: Aufruf Sonderspende

25.02.2015 Verlag am Goetheanum: "Ars Herbaria" und Cover

19.02.2015 Medizinische Sektion: Vorschlag für Leitungsnachfolge

07.02.2015 Sektion für Landwirschaft: Tagung für die Würde des Tieres und Foto

03.02.2015 Sektion für Bildende Künste: Artist in Residence

20.01.2015 Beginn ‹Faust›-Proben und Foto

25.10.2014 Schweizer Erstaufführung: Oper "Der Sturz des Antichrist" von Viktor Ullmann

26.09.2014 Premiere Eurythmie Licht und Lüge (Peer Gynt)

26.09.2013 Wiederöffnung neue Große Bühne am Goetheanum

20.06.2014 Ausstellung "Lebendiges Gestaltung", Foto Meditationsstuhl von Rudolf Steiner, Fassadenelement von Antoni Gaudí, Siedlung Lolibach (Modell) und Ornament Warenhaus Schlesinger & Mayer

06.06.2013 Verlag am Goetheanum: "Architektur und Umstülpung" eines der schönsten Bücher, Cover und Waschzettel

02.06.2014 DVD: Hommage für Carina Schmid und Foto Carina Schmid im Gespräch mit Benedikta Schradi

06.06.2014 Verlag am Goetheanum: "Architektur und Umstülpung" eines der schönsten Bücher, Cover und Waschzettel

30.05.2014 Verlag am Goetheanum: Buch zum Thema Organtransplantation und Cover "Organtransfer"

10.04.2014 Sektion für Landwirtschaft: Beziehungswesen Biene, Ausschnitt aus dem "Goetheanum" 15-16/2014 und Cover "Agrikultur für die Zukunft"

04.04.2014: Verlag am Goetheanum: Linda Thomas über Frühjahrsputz, Cover Frühjahrsputz, Waschzettel Frühjahrsputz und Cover Putzen?!

27.03.2014 Wiederaufbau der Goetheanum-Bühne und BauZeitung Nr. 3

21.03.2014 Christian Morgenstern am Goetheanum und Flyer Kulturtagung und Cover "Das Goetheanum" Nr. 12/2014

14.03.2014 Im "Goetheanum": Hinterfragte Geschlechtsidentität und Cover

07.03.2014 Verlag am Goetheanum: Anthroposophische Forschung und Cover Eurythmiepionierinnen, Cover Toneurythmiekurs und Cover Geschichte Heilpädagogik

28.02.2014 Im "Goetheanum": Gerald Häfner zur Wirklichkeit Europas und Cover

27.02.2014 Spanisch am Goetheanum und Logo Studium Anthroposophie

26.02.2014 Skulpturenausstellung jetzt mit Führungen, Gertrud Goodwin: Ostersonntag und Thomas Rappaport: Flex

21.02.2014 Im "Goetheanum": Hans-Ulrich Schmutz zum Klimawandel und Cover

27.01.2014 Sektionsleiterin Michaela Glöckler zur Organtransplantation

16.12.2013 Neue Sektionsleiter für die Künste und Foto Schubert, Foto Hasler

16.12.2013 Goethes Gesamt-Faust 2016

24.03.2013 Goetheanum Jahrestreffen 2013

21.03.2013 Gründung Fonds Kulturerbe Rudolf Steiner

18.03.2013 Birnbaumskulptur eingeweiht und Foto

11.03.2013 BauZeitung Erste Ausgabe

07.03.2013 Figurenspieler-Tage 2013 und Programm und Foto

01.03.2013 Konferenz zum Grundeinkommen und Programm

28.02.2013 Frauentag am Goetheanum

04.02.2013 Allianzen für unsere Erde (Landwirtschaftliche Tagung) und Tagungsprogramm

30.01.2013 Kommunikation am Goetheanum