Ein Tag der Ehre

Anlässlich des internationalen Tags des Ehrenamts fand am 5. Dezember 2014 eine Feier für die Freiwilligen MitarbeiterInnen des Goetheanum statt.

Um 15 Uhr kamen etwa 40 der insgesamt rund 80 Freiwilligen MitarbeiterInnen im Grunsteinsaal des Goetheanum zusammen. Nach herzlicher Begrüssung und bewegenden Worten des Dankes von Andrea Keim, Leitung des Saaldienstes, zeigte die Eurythmie-Bühne unter Leitung von Margrethe Solstad die Fantasie op. 77 von Ludwig van Beethoven. Auch Margarete Solstad betonte voller Dankbarkeit gegenüber den Freiwilligen - worunter sich auch viele ehemalige Eurythmisten befinden - dass das zählt, was man im Herzen trägt und man in der Zusammenarbeit immer merke, wenn mitgetragen würde. Anschliessend wurden alle Freiwilligen MitarbeiterInnen zu einem Buffet und schönem Beisammensein in den weihnachtlich dekorierten Nordsaal eingeladen. Bevor jedoch das weihnachtliche Schmausen begann, hatte auch Paul Mackay Dankesworte vorbereitet und untermalte diese mit einem Ausflug in das Jahr 1915, um genau zu sein: zum 15. Juni, an dem Rudolf Steiner zur Eröffnung des Düsseldorfer Zweigs einen Vortrag hielt. Darin sprach er darüber, wie sich die fünfte nachatlantische Kulturepoche im Übergang zur sechsten befindet, welche die drei wesentlichen Grundzüge oder Ideale im menschlichen Zusammenleben als zentrales Thema haben wird. Ideale, die wir "[...] "für die sechste nachatlantische Kulturperiode schon im Herzen tragen müssen" (GA 159)  Das erste Ideal nennt Paul Mackay das Ideal der Geschwisterlichkeit. Bei ihm geht es darum, dass wir immer den anderen Menschen mitbedenken und ein geistiges inneres Bedürfnis manifestieren, füreinander Sorge zu tragen. Das Leibliche steht hier an zentraler Stelle. Das zweite Ideal befasst sich mit der Seele und ihrer Individualität. Es gilt das seelische Innere zu beachten und zu respektieren, insbesondere im Bezug auf Gedankenfreiheit auf religiösem Gebiet. Das dritte Ideal hat die Sinnfrage als Kern. Es will das geistige Wesen der Dinge durchleuchten, was dazu führt, dass sich die Menschenseelen mit dem Geistigen verbinden. "Dasjenige aber, was die sechste Kulturperiode ergreifen muss, muss das Geistselbst sein. Das Geistselbst muss dann in den Seelen darinnen selber ausgebildet werden, wie jetzt die Bewusstseinsseele ausgebildet wird. Das ist aber die Eigentümlichkeit des Geistselbst, dass es diese drei Charakterzüge, von denen ich gesprochen habe, in den Menschenseelen vorraussetzt, wie Geisteswissenschaft es sagt: Brüderliches soziales Zusammenleben, Gedankenfreiheit und Pneumatologie." (GA 159)