Bibliothek

Die Goetheanum Bibliothek 
umfasst rund 110.000 Bücher.

Öffnungszeiten:
Dienstag, 14 bis 19 Uhr
Freitag, 14 bis 18 Uhr

 

 

Studium

Im Herbst beginnen die neuen Studiengänge. Das Studienjahr in deutscher, englischer und spanischer Sprache beginnt am 2. Oktober 2017.
Das berufsbegleitende Angebot startet mit der Kursreihe ‹Grundlagen der Anthroposophie› am 20./21. Oktober 2017. Weitere Informationen

Forschung

Die Sektionen der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft gehen weltweit Fragestellungen und Forschungsprojekten nach. Hier Einblicke in einige der aktuellen Vorhaben: Naturwissenschaft · Landwirtschaft · Medizin · Heilpädagogik und Sozialtherapie · Pädagogik · Mathematik-Astronomie · Schöne Wissenschaften · Redende und Musizierende Künste · Bildende Künste · Sozialwissenschaften · Jugend

Verlag am Goetheanum

Der Verlag am Goetheanum ist der älteste anthroposophische Verlag.

Aus dem Leben am Goetheanum

20.03.2016 12:30 Alter: 2 yrs
Von: Sebastian Jüngel

Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft: Mitgliederversammlung 2016

Die Jahrestagung und Generalversammlung von 18. bis 20. März am Goetheanum war ein weiterer Schritt zu einer festlichen Mitgliederversammlung. Beigetragen dazu haben junge Menschen aus dem Umkreis des Goetheanum vor Ort und weltweit. Zu den Entdeckungen dürfte zählen, dass auch kürzere Beiträge substanziell sein können.


Der neugestaltete Eingangsbereich im Westen ist eröffnet: Gespräche unter den Anwesenden, um jemand Neues kennenzulernen (Foto: Sebastian Jüngel)

Die Mitgliederversammlung kam sprichwörtlich in Bewegung. Sie begann mit der symbolischen Eröffnung des neuen Eingangsbereichs im Westen: Das jüngste Mitglied in Dornach (CH), Angelika Kissling  (21), durchschnitt das goldene Band (Seite 1). Vor dem Foyer folgte die Würdigung der beteiligten Personen und Firmen durch Paul Mackay, darunter Yaike Dunselmann (NL) als Architekt, Martin Zweifel und
Susanne Böttge (Goethe­anum) als Bau­leitung. Anschließend regte Justus Wittich an, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um jemand Neues kennenzulernen. Kaum war dies ausgesprochen, tönte im Eingangsbereich ein kräftiges Gemurmel.

Aus dem Herzen einander wahrnehmen
Gongtöne forderten auf, durch die Fotoausstellung zur Neuinszenierung von Goethes "Faust 1 und 2" zum Großen Saal zu wechseln. Auch hier hielt der Strom der Überraschungen an. Junge Mitglieder hatten sich letztes Jahr an Justus Wittich gewandt und gewünscht, am Goetheanum warm empfangen zu werden und die Weltgesellschaft in Beiträgen, Stimmungen und Äußerungen erlebbar zu machen.

Oscar Aparicio (ES), Marilha Balieiro (BR), Alexandru Ceplinschi (RU), Ioana Farcasano (RU), Keith Sagel (US) und Paul Zebhauser (DE), die mit der Jugendsektion mal enger, mal weiter verbunden sind, sorgten für einen lebendigen Versammlungsbeginn. Sie sprachen eigene Fragen, Anliegen und Nöte an. Dazu zählt das Bedürfnis, mit­einander zu sprechen, mit dem Herzen wahrzunehmen, die Unterschiedlichkeit anzuerkennen – die Jugend könne als Spiegel dienen. "Die Jugend braucht einen Raum, um ihr ganzes Potenzial verwirk­lichen zu können", sagte Marilha Belieriro. Gesucht wird der Rat der Älteren als richtungsgebende Geste, um zu unterstützen, nicht aber um zu sagen, was zu tun ist.

Beteiligung als konstitutives Element
Jaap Sijmons von der Antroposofische Vereniging in Nederland übergab dem Goetheanum einen rednerpultgroßen Pentagondodekaeder von Rik ten Cate mit der Bitte, darauf Wünsche an die Zukunft zu notieren. Hier klang noch deutlicher an, dass an dieser Versammlung die eigene Beteiligung nicht nur gefragt, sondern konstitutives Element ist.

Dass sich im Verlauf der Beiträge auch zwei Herren zu Wort meldeten, die sich als Mephistopheles (Urs Bihler) und Faust (Bodo Bühling) in Zivil erwiesen, gab der Versammlung eine weitere – durchaus ernsthafte – Lockerheit, ging es doch in ihrem Dialog um einen "Teil von jener Kraft / Die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Diese Einlage diente als Hinweis auf die Premiere der Neuinszenierung von Goethes "Faust 1 und 2" am Goetheanum genau eine Woche später, von 25. bis 27. März.

Die Studentin Antonia Bara zeichnete fortlaufend die Rednerinnen und Redner auf eine große Papiertafel, während Marilha Balieiro die Inhalte auf Post-its notierte und hinzuklebte. Dadurch wurde sichtbar, dass ein Inhalt auf recht verschiedene Weisen wahrgenommen und wiedergegeben werden kann.

Das Experimentieren, das Wechseln von Räumen nicht nur zu Beginn, sondern auch in die Gesprächsgruppen und "Speakers Corners", half, äußerlich und innerlich in Bewegung zu kommen. Eine weitere Hilfe war, dass die Rede­beiträge – auch des Vorstandes und von Sektionsleitenden – kurz und konzentriert waren. Verdichtete Gedanken und Bilder reichen aus, um Bedeutung und Sinn zu vermitteln.

Sorge um die Erde
Mit der Anzahl der Beiträge steigt auch die Zahl der Gesichtspunkte. Da kann es trotz Gliederung in der Tagesordnung zuweilen schwer fallen, den Überblick zu behalten. Viele Beiträge zielten jedoch auf ähnliche Fragestellungen.

So gibt es in der Gegenwart existenzgefährdende Entwicklungen wie den Hunger. René Becker, Generalsekretär der Société Anthroposophique en France, stellte gegenüber: Eine Milliarde Menschen essen zu wenig und können dadurch ihre Lebensaufgabe nicht erfüllen: "Inkarnation braucht Ernährung." Auf der anderen Seite haben rund eine Milliarde Menschen Übergewicht. Durch ökologische Landwirtschaft könnten bis zu 12 Milliarden Menschen ernährt werden, so Becker. Mittels "Land Grabbing" wird Land in großem Stil aufgekauft, ohne dass die ortsansässige Bevölkerung von der dort betriebenen Landwirtschaft profitiert. Die Stiftung "Terre de liens" (Erde, die verbindet) hingegen kauft in und für Frankreich den Boden frei.

Michael Oette (DE) arbeitete heraus, dass das Wesentlichste des Menschen sei, "selbst schöpferisch zu werden". Das führe allerdings auch zu Entwicklungen wie Robotern. Dieses "sehr materialistische, einseitige Abbild" des Menschen macht die  Erde zu einen Maschinenplaneten mit Schrottmond. In der Erde stecke doch aber etwas Keimhaftes, was aufblühen könne wie eine Sonnenblume. 

Bodo von Plato machte auf die libanesische Dichterin Nadia Tuéni (1935–1983) aufmerksam, die "die geistige Erfahrung zum Ausgangspunkt und Grund des menschlichen und gesellschaftlichen Miteinanders" macht. Dichtung sei für sie "eine vollkommen durchdrungene Erde".

Karmische Aspekte
Immer wieder klang an, sich auf das Gemeinsame durch die Anthroposophie zu besinnen: Wir kennen uns doch! Wir haben uns etwas vorgenommen. Darüber sollten wir uns freuen! Ja, das Zusammenleben ist schwer, weil wir einige Konflikte aus früheren Inkarnationen mitbringen. Last uns aber ins Gespräch kommen, auch in Konflikten, und einander gelten lassen.

Es geht also darum, den anderen in seinen Anliegen und Voraussetzungen zu achten. Ausführlich schilderte Joan Sleigh den Konflikt an einer Waldorfschule in Af­rika mit einem Lehrer, der seinen eigenen Weg geht und damit in Konflikt mit dem Kollegium geraten ist. Androhungen von Kündigungen und Gerichtsprozessen stehen im Raum. Dennoch versuchen beide Seiten, die «harten Konfliktzonen auf­zuweichen», damit eine Begegnung von Mensch zu Mensch stattfindet.

Constanza Kaliks schilderte ein weiteres Beispiel. Als bei einer Zusammenkunft in einer Einrichtung eine Kerze angezündet wurde, erzählte ein Mitarbeiter, dass dies für ihn eine ganz andere Bedeutung habe als für die Gemeinschaft: In seiner Herkunftskultur werde eine Kerze angezündet, wenn der Strom ausgefallen sei… Ihm fehle auch bei manchen Jahresfesten und Feiern wie dem Martinsfest eine innere Beziehung. In diesem Fall konnten die unterschied­lichen Lesarten friedlich ausgesprochen und miteinander geteilt werden.

Zeitgeist spreche sich auch aus, wenn eine Frau Mutter ohne Partner werden möchte und sich für eine künstliche Befruchtung entscheidet. Inzwischen ist das Kind vier Jahre alt. "Wenn wir vor einem Menschen stehen, gilt alles andere nicht. Es gilt nur noch, dass er da ist."

Über die Reflexionen hinaus gab es einige konkrete Einblicke in die Sektionsarbeit, etwa die der Forschungsstelle Eurythmie. So demonstrierten Martina Maria Sam und Stefan Hasler an Beispielen, dass von Rudolf Steiner überlieferte Worte und Inhalte gar nicht so sicher von ihm sind: Hörfehler, Verständnisfehler, Übertragungsfehler – es gibt eine ganze Reihe an Ur­sachen, die eine Aussage unsicher machen. Dennoch versuchen die beiden, die Dokumente zur Bühneneurythmie so aufzuarbeiten, dass nach derzeitigem Stand größtmögliche Sicherheit in der Überlieferung gewährleistet ist. Diese Detektivarbeit ist jedoch auch nur möglich und wird erleichtert durch das Auftauchen neuer Quellen.

Mitgliederentwicklung und Entlastung
Bei allem reichen menschlich-sozialen Geschehen gehört zur Mitgliederversammlung auch das formale "Geschäft". Zum 31. Dezember 2015 betrug die Mitgliedschaft 45?190; 615 sind verstorben, 585 traten aus und 888 sind Verschollene/Ausgeschiedene, aber es gab auch 1169 Eintritte.

Die Jahresrechnung wurde ohne Gegenstimmen mit drei Enthaltungen angenommen, die Firma Santschi & Partner als Re­visionsstelle ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung für ein weiteres Jahr bestätigt und der Vorstand mit einer Gegenstimme und sechs Enthaltungen entlastet.

Vorabdruck aus "Anthroposophie weltweit" (Auszüge)


Mysteriendramen

Weihnachten 2017 am Goetheanum

Zur Tagung (26.–31.12.)

Zu den Aufführungen (27.–31.12.) 

 

 

Veranstaltungen heute

09:00

Arbeitswochen der medizinischen Arbeitsgruppe

Auf Einladung

09:00

Forschungswoche zur Allgemeinen Menschenkunde

Auf Einladung

17:30  · Südatelier

Sprechchor für Jedermann/Jederfrau

Mit Jens-Peter Manfrass. 12 CHF, Tickets am Saaleingang

19:30  · Holzhaus

Gedenkfeier für Dietrich Rapp

09:00

Entfällt: Mathematische Studientage

Führungen

Allgemeine Führung mit einer Einführung in die Geschichte des Goetheanum, in die Biografie Rudolf Steiners und die Grundlagen der Anthroposophie: samstags, 14 Uhr. Treffpunkt: Empfang. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Auf Deutsch und Englisch.

| Weitere Informationen
| Themenführungen (auf Bestellung)

Ausstellungen

25.03.2017 – 07.01.2018

Täglich 8 bis 22 Uhr

Brentanos Studio

Øya. 77 Bilder von Hannes Weigert im Westtreppenhaus

20.09.2017 – 20.12.2017

Täglich von 8 bis 22 Uhr

"Welch reicher Himmel, Stern an Stern" (Goethe)

Aus 100 Jahren anthroposophischer Dichtkunst. Vitrinenausstellung

15.10.2017 – 30.10.2017

Täglich von 8 bis 22 Uhr

Structures vivantes Lumières colorées

Ausstellung von Denise Arbert im Terrassensaal

27.10.2017 – 15.12.2017

Täglich 8 bis 22 Uhr

Ausstellung

Werke von Richard Hey (England) in der Vorstandsetage

Bitte beachten Sie
die reduzierten Öffnungszeiten
des Grossen Saals:

29.12.2017: Keine Besichtigung

13.–15.12., 19.–21.12.2017 und 28.,12., 30.12., 31.12.2017: 13.30–14 Uhr

17.2.2018: 13.30–14.15 Uhr


Das Goetheanum ist Zentrum eines weltweit tätigen Netzwerks spirituell engagierter Menschen. Als Sitz der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft dient es dem Austausch über spirituelle Fragen und der Fortbildung auf künstlerischem und wissenschaftlichem Feld. Die Veranstaltungen reichen von Vorträgen über Fachkolloquien bis zu großen internationalen Kongressen und umfassen Aufführungen der eigenen Ensembles und Gastspiele in Eurythmie, Schauspiel, Puppenspiel und Musik. Gelegen in der Juralandschaft, 10 Kilometer südlich von Basel, erhebt sich das Goetheanum in seiner expressiven Architektur auf dem Dornacher Hügel mit malerischem Gartenpark, Café, Buchhandlung und Kartenshop.