... weil man am meisten lernen kann.
Treffen des Sektionskollegiums der Pädagogischen Sektion

Das Sektionskollegium kurz vor dem Fotoshooting
im Oktober traf sich das Sektionskollegium der Pädagogischen Sektion am Goetheanum. 9 Pädagoginnen und Pädagogen beraten ein Wochenende lang darüber, was Erziehende und Lehrer heute tun können, um die kleinen und großen Heranwachsenden so gut und fruchtbar wie möglich auf dem Weg in die Welt und dem Weg zu sich selbst begleiten zu können. Das Treffen fand in den Räumen der Sektion statt und es wundert nicht, daß es kaum einen Ort am Goetheanum gibt, wo Interesse am anderen Menschen, wo menschliche Zuwendung so greifbar ist, wie in diesen „pädagogischen“ Räumen.
Sechs Fragen an die Mitglieder des Sektionskollegiums:
1. Was beschäftigt Sie an dieses Wochenende am stärksten/leidenschaftlichsten?
Christof Wiechert: „Wie sich die Schulbewegung international so gliedert und organisiert, daß wir in den vielen Gruppen gut zusammenarbeiten können.“
2. Welchen Rat geben Sie Ihren Kollegen hier, um die Zusammenarbeit im Sektionskollegium zu steigern?
Martyn Rawson: „Die Mischung aus geordnetem und informellem Miteinander.“ Und er ergänzt: „Die Arbeit an den Klassenstunden als Hintergrund ist entscheidend. Diese Grundlage erlaubt uns, vertrauensvoll und offen zu sprechen.“
3. Warum sind sie Lehrer?
Die kürzeste Antwort kommt von Lothar Steinmann (Berlin) : "Weil man in diesem Beruf am meisten lernt.“ Franziska Spalinger: „Weil man so den ganzen Tag „Erziehender“ ist, denn diese Aufgaben gehen vom Elternhaus immer mehr in Kindergarten und Schule über.“ Und schon sind die Pädagogen wieder bei den Aufgaben. Klaus-Peter Röh: „Jugendliche brauchen mehr denn je einen Menschen, an dem sie sich orientieren.“ Robert Thomas: „Lehrerberuf ist Beziehungskunst.“ Rawson: „Sie nehmen zu, die äußere Zwänge und zugleich gibt viel mehr freie Möglichkeiten den Unterricht zu gestalten.“ Klaus-Peter Röh: Schüler ist heute hochgradig individuell und erwarten, auch individuelle Beziehung zum Lehrer.
4. Welche Schule/Einrichtung interessiert Sie gegenwärtig besonders und warum?
Christof Wiechert könnte vermutlich mehr nennen, aber er läßt es bei dreien: Die Waldorf-Oberstufe in Oslo, die Interkulturelle Schule in Mannheim sowie die Atelierschule Zürich, mit hausinterner Matura und Binnendifferenzierung entwickelt.“ Den Kollegen von Christof Wiechert ist das zu eng und deshalb folgt Martyn Rawson allgemeiner: „Schulen die die Selbständigkeit fördern, die Portfolio einsetzten und: integrative Schulen.“ Dusan Plestil aus Tschechien als Kontrapunkt: „Die beste Schule? Ich denke das ist meine eigene Schule in Tschechien“
5. Welche geisteswissenschaftlichen Forschungsaufgaben stehen vor der Tür?
Christof Wiechert: "Die Ausbildung zum Lehrer wird immer akademischer, das bedeutet, die Lehrer werden immer klüger, wissen immer mehr. Doch: wie kommen wir vom Wissen zum Können? Was die Griechen techne nannten, wie kommen wir wieder dazu? Es geht um geisteswissenschaftliche Methoden, die die Praxisnähe, der Anthroposophie neu unter Beweis stellen."
6. 90 Jahre Waldorfpädagogik, was wünschen Sie sich für das letzte Jahrzehnt von/für die Waldorfbewegung?
Christopf Wiechert beginnt: „Ich wünsche mir, wünsche uns mehr Bewußtsein des ungeheuren Paradigmenwechsels durch Rudolf Steiner für die Waldorfpädagogik.“ „Hinterfragen und Prüfen der Konventionen.“ Ergänzt Ellen Fjeld Köttker und Martyn Rawson: „Daß unsere Schulen noch energischer Schulen für den werdenden Menschen werden."