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...ich muss schon Manichäer bleiben

Manichäische Impulse im Werk von Albert Steffen

Wochenendtagung vom 23. bis 25. Januar 2009

mit Wanda Chrzanowska, Christiane Haid, Michael Kurtz, Angela Matile und Heinz Matile

Unter Manichäismus versteht man − oberflächlich betrachtet − immer noch ein dem christlichen Gedankengut entgegenstehendes Schwarz-Weiß-Denken, ein anfangloses Nebeneinander von Gut und Böse in der Entwicklung der Menschheit. Diese Auffassung des Manichäismus, ihn als Ketzerbewegung zu betrachten, führte vom 4. Jahrhundert an zu seiner nahezu vollständigen Ausrottung. Erst durch die Erfassung auch arabischer Quellen und neuer Funde im 20. Jahrhundert konnte er aus der Ketzergeschichte herausgelöst werden. Für ein unkonfessionelles und vorurteilsfreies Denken kann sich unsere Einstellung zum Manichäismus aber unmittelbar verändern, wenn wir zur Erkenntnis gelangen, daß jeder von uns sowohl Böses wie Gutes in sich trägt und es eine Frage der inneren Freiheit ist, in welche Richtung sich der Handelnde bewegen will.

Für Albert Steffen war dies eine frühe Erfahrung, noch ohne Wissen um die entsprechende historische Geistesströmung, die im 3. Jahrhundert durch Manes initiiert wurde. Die Verwandlung des eigenen Unguten wurde Steffen schon in jungen Jahren zum Lebensanliegen und zur Aufgabe gegenüber allen Menschen, insbesondere gegenüber seinen Schutzbefohlenen. Diesen vielfältigen Wegen nachzuspüren, soll die Aufgabe unserer Tagung sein.