28.12.1912: Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft in Köln mit ca. 3000 Mitgliedern. Im Vorstand: Marie von Sivers, Michael Bauer, Carl Unger. Rudolf Steiner übernimmt keine Ämter, sondern wirkt als Berater und Vortragender. Trennung von der Theosophischen Gesellschaft.
Zu einer befriedigenden und gesunden Lebensgestaltung bedarf die Menschennatur der Erkenntnis und Pflege ihrer eigenen übersinnlichen Wesenheit und der übersinnlichen Wesenheit der aussermenschlichen Welt. …Wahre Geistesforschung und die aus ihr folgende Gesinnung soll der Gesellschaft ihren Charakter geben…:
1. Es können in der Gesellschaft alle diejenigen Menschen brüderlich zusammenwirken, welche als Grundlage eines liebevollen Zusammenwirkens ein gemeinsames Geistiges in allen Menschenseelen betrachten, wie auch diese verschieden sein mögen in bezug auf Glauben, Nation, Stand, Geschlecht usw.
2. Es soll die Erforschung des in allem Sinnlichen verborgenen Übersinnlichen gefördert und der Verbreitung echter Geisteswissenschaft gedient werden.
3. Es soll die Erkenntnis des Wahrheitskernes in den verschiedenen Weltanschauungen der Völker und Zeiten gepflegt werden
(Aus: Entwurf der Grundsätze einer Anthroposophischen Gesellschaft 1912)